Streit um Autobauer Porsche weist Angebot von VW zurück

Der Machtkampf zwischen Porsche und VW eskaliert: Der hochverschuldete Stuttgarter Autobauer hat einen "Rettungsvorschlag" des VW-Vorstandes als nicht umsetzbar zurückgewiesen. Für Porsches Finanzproblem gibt es damit immer noch keine Lösung - dem Management läuft die Zeit davon.

Stuttgart - "Es ist für uns kein gangbarer Weg, 49,9 Prozent der Porsche AG an VW zu verkaufen", sagte ein Porsche-Sprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Porsche   könne auf den Vorschlag gar nicht eingehen, weil dann sofort der Kredit über 10,75 Milliarden Euro fällig werde, den das Unternehmen sich bei einem Bankenkonsortium gesichert habe.

Porsche-Mitarbeiter im Werk in Leipzig: "Alle Fakten auf dem Tisch"

Porsche-Mitarbeiter im Werk in Leipzig: "Alle Fakten auf dem Tisch"

Foto: ddp

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte von dem hoch verschuldeten Sportwagenhersteller zuvor eine Entscheidung über die Zusammenarbeit mit Volkswagen   verlangt.

"Es liegen jetzt alle Fakten auf dem Tisch", sagte Wulff am Montag vor Beginn eines Unions-Wahlkongresses in Berlin. Es müsse geklärt werden, ob jeder seinen eigenen Weg gehe oder nicht.

Nach SPIEGEL-Informationen haben Wulff und die VW-Spitze Porsche aufgefordert, bis Ende des Monats einer Fusion zuzustimmen. Demnach will VW für drei bis vier Milliarden Euro 49 Prozent von Porsche übernehmen. Damit könnte der Sportwagenhersteller einen großen Teil seiner Schulden abbezahlen.

Zwei Konzerne im Vergleich

Das hatten Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche und Betriebsratschef Uwe Hück in einer gemeinsamen Erklärung scharf zurückgewiesen - und vor Erpressung gewarnt. "Erpressen lassen wir uns nicht", schrieben Porsche und Hück am Wochenende.

Die unnachgiebige Haltung könnte Porsche jedoch arg in die Bredouille bringen. Denn der hoch verschuldete Sportwagenbauer muss nach Informationen des "Handelsblatts" den Absprung des Investors Katar befürchten. Das Emirat forderte "eine baldige Entscheidung", die "einvernehmlich ausfallen" müsse, berichtet die Zeitung.

An der Frankfurter Börse bildeten die Aktien von Volkswagen   beim Wochenauftakt das Schlusslicht. Zeitweise verlor die Aktie fünf Prozent auf 237 Euro. "Die ganzen Querelen zwischen VW und Porsche   belasten", sagte ein Händler. "Die Investoren haben Bedenken, dass zu viel Politik gemacht wird, statt sich um das Geschäft zu kümmern."

Hinzu komme, dass bei einem Einstieg von Katar den VW-Stammaktien wegen zu geringen Streubesitzes der Ausschluss aus dem Dax   drohe. "Das ist zwar ein alter Hut, drückt aber die ohnehin schlechte Stimmung zusätzlich", ergänzte der Händler.

mik/suc/dpa/AP
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