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Telekom Streit um das C-Netz

aus DER SPIEGEL 29/1994

Der in aller Stille vorbereitete Verkauf des alten analogen Mobilfunknetzes an die Telekom-Tochter DeTemobil verläuft nicht so reibungslos, wie die Telekom-Manager das erwartet haben. Bei Politikern und privaten Konkurrenten regt sich Widerstand gegen den Milliarden-Deal. Schon seit gut einem Jahr betreibt die DeTemobil neben dem neuen D-1-Netz das alte C-Netz, das Anfang der achtziger Jahre von der Bundespost aufgebaut wurde. Nun soll das äußerst lukrative Netz (1,9 Milliarden Mark Umsatz, etwa eine Milliarde Rohertrag pro Jahr) auch offiziell an die Tochter verkauft werden. Der DeTemobil bringt das vor allem Steuervorteile. Als Kaufpreis errechneten unabhängige Wirtschaftsprüfer etwa 3,5 Milliarden Mark. Das C-Netz ist aber auch für die private Konkurrenz reizvoll. Sowohl Mannesmann als auch der Energieversorger RWE meldeten Interesse an. »Zu dem Preis hätten wir das Angebot gerne geprüft«, sagt RWE-Manager Reinhard Ilgner. Das C-Netz, fordert deshalb Joachim Dreyer vom Daimler-Benz-Ableger Debitel, »muß öffentlich ausgeschrieben werden«. Derweil wollen Politiker das Geschäft grundsätzlich verhindern: »Das C-Netz«, meint FDP-Sprecher Jürgen Timm, »gehört zum Sondervermögen der Post und darf eigentlich überhaupt nicht verkauft werden.«

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