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Streit um Jahreswagen

aus DER SPIEGEL 32/1978

Joachim Zahn bekommt wegen einer großzügigen Geste seines Unternehmens ständig Ärger. Die werksunabhängigen Mercedes-Händler und jetzt auch der Zentralverband des Kfz-Gewerbes kritisieren heftig die Konditionen, zu denen die Werksangehörigen alljährlich die begehrten Mercedes-Limousinen der kleinen Klasse beziehen. Bei den Händlern sind die Lieferfristen bis auf vier Jahre geklettert, die Werksangehörigen bekommen ihre Autos dagegen im Zwölf-Monats-Rhythmus und obendrein mit 21,5 Prozent Rabatt. Weil diese Werkswagen nach einem Jahr zur Zeit mit stattlichem Gewinn weiterverkauft werden können, sind sie bei den Mercedes-Beschäftigten sehr beliebt: Im vergangenen Jahr orderten sie 50 000 Autos, und. in diesem Jahr werden es rund 57 500 sein. Das entspricht einem Inlands-Marktanteil aus allen Mercedes-Zulassungen von rund 25 Prozent. Die Kritiker fordern jetzt, daß der Rabatt gesenkt und die Lieferfristen für Werksangehörige denen des Marktes angepaßt werden. Für das Mercedes-Management eine kaum zu lösende Aufgabe: Die Jahreswagen-Konditionen sind Teil einer Betriebsvereinbarung, für deren Kündigung die Betriebsräte vorsorglich Konsequenzen angemeldet haben.

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