Streit um Kinder Markenkrieg der Süßwarenhersteller

Die Süßwarengiganten Ferrero und Haribo verstehen keinen Spaß, wenn es um die zahlungskräftigen Kleinen geht. Weil Haribo das Wort "Kinder" in einem Markennamen verwendet, hat Ferrero den Gummibärchenproduzenten verklagt - und nun eine erste Niederlage erlitten.

Karlsruhe - Kern des Rechtsstreits ist der von Ferrero besetzte Markenname "Kinder". Ferrero wirft Haribo vor, mit der Schöpfung des Markennamens "Kinder Kram" subversiv auf den Ferrero-Erfolgszug aufzuspringen. Schließlich drängeln sich von "Kinder-Überraschung" über "Kinder-Schokolade" bis hin zum "Kinder-Pingui" zwölf Produkte mit starkem Markenwert aus dem Hause Ferrero in den Süßigkeiten-Auslagen der Supermärkte.

Normalerweise ist Ferrero bekannt für Slogans wie Spannung, Spiel und Schokolade. Als sich aber Haribo 1999 die Marke "Kinder Kram" beim Markenamt eintragen ließ - und dann auch noch für Zucker- Back- und Konditorwaren sowie nichtmedizinische Kaugummis - war für Ferrero Schluss mit lustig. Das Unternehmen reichte Klage ein. Die Richter am Landgericht und Oberlandesgericht Köln gaben Ferrero Recht, Haribo ging beim Bundesgerichtshof (BGH) in Revision. Der bescherte Haribo nun einen ersten Etappensieg: Die Sache muss zurück an das Oberlandesgericht. Es gelte zu prüfen, wie groß der Bekanntheitsgrad der Wort- und Bildmarke "Kinder" tatsächlich sei.

Ferrero argumentierte, dass der Begriff "Kinder" eine Serie kennzeichne, welche die Verbraucher Ferrero zuordnen würden. Der Bekanntheitsgrad der Serie liege bei weit über 80 Prozent. Haribo wolle sich in diese Serie einschleichen.

Das wollten die Haribo-Manager nicht auf sich sitzen lassen: Sie entgegneten, dass auch Haribo sehr wohl etwas mit "Kinder" am Hut habe. Es gebe mehrere Warenzeichen, in denen der Begriff "Kinder" mit einem Zusatz vorkomme, etwa die Produkte "Kinder Casino" und "Kinder Parade".

Der Streitwert im Krieg der Süßwarenhersteller liegt bei 383.000 Euro - umgerechnet entspricht das rund 638.333 "Kinder"-Überraschungseiern.