Streit um Lohnfortzahlung DGB-Sommer beschimpft DIHK-Braun

Mit wütenden Protesten hat der Deutsche Gewerkschaftsbund auf die Forderung von DIHK-Präsident Ludwig-Georg Braun nach Einschnitten bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall reagiert. DGB-Chef Michael Sommer bezeichnete den Industrieboss als rückwärtsgewandten Scharfmacher.


Michael Sommer: "Sehnsucht nach der Vergangenheit"
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Michael Sommer: "Sehnsucht nach der Vergangenheit"

Berlin - Wer wie Braun derartige Forderungen verbreite, mache sich mit zum Fürsprecher der Scharfmacher in Unternehmerkreisen, "die sich von ihren sozialen Verpflichtungen in unserer Gesellschaft loseisen wollen", sagte Sommer heute in Berlin. CDU und CSU warf er vor, mit einem Programm der sozialen Kälte den Raum für immer dreistere und unverschämtere Forderungen aus der Wirtschaft geöffnet zu haben.

Der Chef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Ludwig-Georg Braun, hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, dass Arbeitnehmer im Krankheitsfall in den ersten beiden Tagen keine Lohnfortzahlung erhalten sollen. Eine solche Selbstbeteiligung der Arbeitnehmer würde die Eigenverantwortung stärken, sagte er der "Welt".

Gleichzeitig würden die Unternehmen durch zwei Karenztage deutlich entlastet. "Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und schafft Spielraum für Investitionen", sagte Braun. Trotz des relativ niedrigen Krankenstandes müssten die Unternehmen pro Jahr fast 30 Milliarden Euro für die Lohnfortzahlung bei Krankheit aufbringen.

Renaissance des Subotnik

Braun ist im Arbeitnehmerlager für seine Forderungen nach unbezahlter Mehrarbeit sowie dem Ruf nach der Abschaffung von Sozialleistungen berüchtigt. Der Spross einer erfolgreichen Unternehmerfamilie, deren Vermögen das "manager magazin" auf 3,7 Milliarden Euro taxiert, forderte in der Vergangenheit unter anderem eine bundesweite, dreijährige Nullrunde bei den Löhnen. Weiter regte Braun eine Kürzung von Azubi-Gehältern auf 270 Euro an und schlug vor, sämtliche Arbeitnehmer sollten in den kommenden Jahren insgesamt 500 Stunden umsonst arbeiten.

DGB-Chef Sommer sagte: "Was der DIHK-Präsident Eigenverantwortung nennt, drückt seine Sehnsucht nach der Vergangenheit aus." CDU und CSU müssten jetzt ihre Forderungen nach Einschränkungen bei Tarifautonomie, Kündigungsschutz und Mitbestimmung dringend überprüfen. Sonst werde die Union erleben, "wie Wirtschaftsverbände im Verein mit der FDP und dem Wirtschaftsflügel in ihrer Partei mit immer neuen Forderungen auch eine von ihr geführte Bundesregierung erpressen werden."



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KlausD, 12.04.2005
1. Ja......
..so sind deutsche unternehmer. Es ist zum kot....was hier passiert und schadet unserem system immer mehr. Mir kommt das so or als wenn die unternehmer mit aller macht am sturz (abwahl) unserer regierung arbeitet. Aber auch die regierung läßt sich vorführen und sollte aus meiner sicht druck machen. Danke
boerneli, 13.04.2005
2.
Die Wirtschaft will diese Regierung loswerden, die waren noch nie auf deren Seite. Eine schwarz-gelbe Regierung wird denen jeden Wunsch erfüllen. Für die Gesundheit heißt das alles macht der Markt und die Patienten dürfen noch viel mehr draufzahlen. Dann wird vielleicht irgendwann die gesetzliche Krankenversicherung durch eine freiwillige Privatversicherung ersetzt und jeder bezahlt den vollen Beitrag selber und schon können sich das viele nicht mehr leisten und sind nicht versichert. Hier in Hamburg macht es die CDU-Alleinregierung schon vor. Die städtischen Krankenhäuser wurden mit Gewalt privatisiert, eben weil der Markt die Dinge am besten regelt, so wie die meinen und gerade wurde eine schicke Luxusklinik für die CDU-Privatpatientenklientel eröffnet, so sieht es aus das schicke Gesundheitssystem der Zukunft.
Ulrich lr., 22.04.2005
3. D
---Zitat von boerneli--- Die Wirtschaft will diese Regierung loswerden ---Zitatende--- Stimmt. Wer will das nicht! ---Zitat von boerneli--- die waren noch nie auf deren Seite. ---Zitatende--- Stimmt nicht: z. B. Bei der Hartz IV-Reform, bei der jeder weiß, wem sie schadet, und kaum jemand zu finden ist, dem sie nützt, da waren die Wirtschaft und ihre Führer fest an der Seite unserer rot-grünen Regierung. ---Zitat von boerneli--- Dann wird vielleicht irgendwann die gesetzliche Krankenversicherung durch eine freiwillige Privatversicherung ersetzt [...]und schon können sich das viele nicht mehr leisten und sind nicht versichert. ---Zitatende--- Den ersten Schritt dazu hat nicht etwa "Schwarz" oder "Gelb", sondern Rot-Grün getan - unter Federführung einer grünen leicht übergewichtigen Kettenraucherin, die zufällig gerade Gesundheitsministerin war: Dank Rot-Grün sind die Krankenkassen jetzt schon für Ältere ab 55 als Neuzugang gesperrt. Wer sich die teuren Privaten nicht mehr leisten kann, der ist dann eben nicht versichert, wie Sie richtig bemerken. Und die Zahl der Unversicherten wächst unter Rot-Grün unaufhaltsam, wie wir aus dem "Spiegel" wissen. Um aufs Forum-Thema zurückzukommen: Den unversicherten Patienten bleibt dann tatsächlich nichts weiter übrig als zu sparen.
Rainer Helmbrecht 22.04.2005
4.
---Zitat von Ulrich lr.--- Die niedergelassenen Ärzte "empfangen" nur 15 bis 16% der Kassenbeiträge. Der Rest (84 bis 85%!) fließt woanders hin. Kurz die bösen Kassenärzte sind vergleichsweise ein eher kleiner Kostenfaktor. Selbst wenn die Kassenärzte alle ganz umsonst arbeiten würden, würde der AOK-Beitrag von 14% gerade mal auf 11,8-11,9% sinken. Das bieten BKKn jetzt schon. Und? ---Zitatende--- Hallo Ulrich, dieser Beitrag ist aus dem "alten" Forum und wohl etwas untergegangen, weil das Forum "erneuert" wurde. Als ich das las dachte ich, der SpOn würde sich ein neues Internetportal anschaffen müssen, aber ........nix. Wirklich gute Erklärungen für Mißwirtschaft, werden wie Gott gewollt hingenommen. Sind wir nur noch Zuschauer unseres eigenen Lebens? Oder ist die Frage eines neuen Papstes, oder Ex Papstes so lebensbestimmend, daß solche "Kleinigkeiten" wie ein paar Milliarden, darunter untergehen? Ich jedenfalls war elektrisiert.
Volkhard Ehlert, 24.04.2005
5. Unser System ist schlecht und wird falsch finanziert
---Zitat von sysop--- Vier Milliarden Euro Überschüsse bei den Krankenkassen, aber keine Beitragssenkungen in Sicht. Krankenkassen-Vorstände und Ärzte-Verbandsfunktionäre genehmigen sich hohe Gehälter und Zusatzeinkommen. Sind die Kassen und Verbände zu Selbstbedienungsläden für Geschäftführer und Funktionäre verkommen? Oder sind die Manager-Gehälter angesichts ihrer großen Verantwortung gerechtfertigt? ---Zitatende--- Wir dürfen nicht nur immer an Symptomen eines grundsätzlich schlechten Systems korrigieren, sondern müssen es ggfs. neu aufstellen. Zum Beispiel schadet die die deutsche komplette Finanzierung unseres teuren Gesundheitssystems über die Arbeitskosten unserer internationalen Wettbewerbsfähigkeit bei den Herstellkosten globaler Produkte. Diese Kosten haben mit dem Herstellkostenprozeß eines Produktes - den es kostenmäßig durch den Unternehmer zu minimieren gilt - nichts zu tun. Zumindest der Teil der Kosten, den wir als Absicherung unseres Sozialstaates uns leisten wollen und den wir als Staatsaufgabe ansehen, gehört mehrwertsteuerfinanziert.
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