Streit um Mehrarbeit Philips droht Hamburger Werk mit Investitionsstopp

Philips-Chef Hans-Joachim Kamp will in der Auseinandersetzung um Mehrarbeit in der Chipfertigung hart bleiben. Sollte sich die Belegschaft im Hamburger Werk in dieser Frage nicht bewegen, könnten Modernisierungsmaßnahmen ausbleiben.

Hamburg/Berlin - "Wenn wir uns nicht bald einigen, gehen die anstehenden Investitionsentscheidungen mit Sicherheit nicht nach Deutschland", sagte Kamp der "Welt". Philips will in seiner Halbleiterfertigung in Hamburg Mehrarbeit ohne Lohnausgleich für die 2300 Beschäftigten durchsetzen und die Produktionskosten um etwa 20 Prozent senken.

Im Werk in Böblingen sei dies bereits gelungen. Hier hat sich Philips mit der IG Metall Baden-Württemberg und dem Betriebsrat auf Kostensenkungen geeinigt. "Die Korsettstangen sind gesetzt. Die Einigung in Böblingen muss die Basis für Hamburg sein", sagte Kamp weiter. Die in Hamburg angebotene Arbeitsplatzgarantie bis 2007 sei "sehr lang".

Die Geschäftsführung von Philips in Deutschland hat bereits zum Juli 2005 die außertariflichen Schichtzulagen für die Hamburger Chipfabrik gekündigt. Je nach Schichtmodel kann dies für den einzelnen Beschäftigten bis zu 400 Euro netto im Monat ausmachen.

Nach Jahren mit einem geringen Plus ist Philips Deutschland für 2005 wieder optimistisch. "Ich bin überzeugt davon, dass die Unterhaltungselektronik in diesem Jahr deutlich stärker wachsen wird. Wir erwarten einen Umsatzanstieg von mindestens drei Prozent", sagte Kamp.

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