Strom- und Gas Auch 2006 und 2007 drohen deftige Preiserhöhungen

Eine aktuelle Umfrage unter Energiekonzernen zeigt: Ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht. Wie zur Bestätigung erhöhten heute gleich mehrere Versorger die Gaspreise.


Hamburg - Die deutschen Strom- und Gasversorger erwarten für die kommenden zwei Jahre weiter steigende Preise für alle Energiearten. Das geht aus einer Umfrage der internationalen Beratungsfirma Russell Reynolds Associates für die "Financial Times Deutschland" hervor. "Mittel- und längerfristig muss man sich auf ein hohes Preisniveau mit weiter steigender Tendenz einrichten", erklärte ein führender Versorger.

Kraftwerk: "Hohes Preisniveau mit steigender Tendenz"
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Kraftwerk: "Hohes Preisniveau mit steigender Tendenz"

An der Umfrage nahmen unter anderem Tochterunternehmen der vier führenden deutschen Versorgungskonzerne E.on Chart zeigen, RWE Chart zeigen, Energie Baden-Württemberg (EnBW) Chart zeigen und Vattenfall Europe Chart zeigen teil. Beteiligt waren auch kleine und mittelgroße Versorger sowie ausländische Unternehmen.

Schon heute kündigte eine Reihe von Energieunternehmen neue Preisrunden an. So wird die EnBW Gas GmbH zum 15. Januar die Gaspreise im Großraum Stuttgart erhöhen. Wie EnBW heute mitteilte, werde der Arbeitspreis von Mitte Januar an um 0,56 Cent je Kilowattstunde brutto steigen. Dies bedeute eine Preiserhöhung von knapp neun Prozent. EnBW begründete den Anstieg mit den erhöhten Weltmarktpreisen. Diese hätten zu höheren Vorlieferantenpreisen für Erdgas geführt. Schon zum 1. November waren die EnBW-Gaspreise um rund zehn Prozent gestiegen.

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten erhöhen auch die beiden südhessischen Energieversorger Entega und Gruppen-Gas- und Elektrizitätswerk Bergstraße (GGEW) die Gaspreise. Beide Unternehmen kündigten heute eine Anhebung um 0,49 Cent brutto pro Kilowattstunde zum Jahreswechsel an.

Die immer neuen Preisrunden der Energiebranche hatten zuletzt für erheblichen Unmut auf politischer Ebene gesorgt. Mehrere Bundesländer hatten die Erhöhungsanträge für Strom abgelehnt. Zudem kündigte gestern das Bundeskartellamt an, gegen anziehende Gaspreise vorzugehen. Die Bundesbehörde habe bereits Vorermittlungen gegen rund 30 Versorger eingeleitet, sagte eine Sprecherin. Mitte Januar rechne man mit Ergebnissen. Der Ausgang sei zwar noch offen, im vergangenen Jahr habe das Bundeskartellamt aber wegen identischer Vorwürfe schon sieben Missbrauchsverfahren eingeleitet.



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