Stromausfall Ermittler vermuten menschliches Versagen

Einem Zeitungsbericht zufolge hatte der Stromausfall vom vergangenen Wochenende keine technischen Ursachen. Menschliches Versagen gelte bei Ermittlern inzwischen als wahrscheinlichste Ursache dafür, dass in vielen Ländern Europas das Licht ausging.


Berlin/Düsseldorf (dpa) - Die "Welt" berichtet unter Berufung auf Branchenkreise, dass der Netzzusammenbruch aufgrund menschlichen Versagens zustande gekommen sei. Dies legten auch Ausführungen des Vorstandsvorsitzenden der E.on Energie AG, Johannes Teyssen, vor dem Deutschen Nationalen Komitee des Weltenergierates in Berlin nahe: Die "Betriebsstörung" vom Samstagabend habe nichts mit der Qualität des Stromnetzes zu tun, habe Teyssen erklärt. "Es hat nie, an keinem Tag, zu keiner Sekunde an den notwendigen Investitionen gemangelt."

Es habe sich um "ein bewusstes und gezieltes Abwerfen von Erzeugungslast, eben um einen Blackout zu verhindern" gehandelt, zitiert die Zeitung Teyssen weiter. Innerhalb kürzester Zeit habe E.on Kraftwerke mit einer Kapazität von 6000 Megawatt vom Netz nehmen müssen, um das Problem der Überlastung in den Griff zu bekommen. Deshalb habe die Stromversorgung nach nur einer halben Stunde in ganz Europa wieder reibungslos funktioniert.

Abschaltung einer Leitung führe zu Spannungsabfall

Ein Blackout sei hingegen ein unkontrollierter Netzzusammenbruch, nach dem die flächendeckende Wiederherstellung der Stromversorgung in der Regel länger als einen Tag dauere.

E.on teilte heute mit, es gebe inzwischen neue Erkenntnisse, diese sollen aber erst dann veröffentlicht werden, "wenn wir belastbar wissen, wie der Hergang war", sagte Klaus-Dieter Maubach von der E.on Energie bei einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen des Konzerns in Düsseldorf. Es bleibe deshalb zunächst dabei, dass die Abschaltung einer Hochspannungsleitung über der Ems zu einem Spannungsabfall und in der Folge zum Stromausfall geführt habe.

Diese Leitung sei in der Vergangenheit bei ähnlichen Schiffspassagen der Meyer-Werft bereits abgeschaltet worden. Deshalb müssten mehrere Effekte in einander gespielt und zu dem Störfall geführt haben, betonte Maubach. In der Vergangenheit sei das Netz mit sehr großer Zuverlässigkeit gefahren worden und E.on gehe davon, hierzu zurückzukehren, sagte Maubach auf die Frage nach einer möglichen Wiederholung eines solchen Störfalls.

tim/dpa



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