Stromnetze Bundesagentur will Konzerne zu niedrigen Gebühren zwingen

Niederlage für die Energieriesen: Die Bundesnetzagentur verpflichtet Deutschlands große Stromanbieter, ihre Netze der Konkurrenz billiger zur Verfügung zu stellen. Laut einem Zeitungsbericht soll besonders RWE zu Gebührennachlässen gezwungen werden.


Düsseldorf - Die großen Energiekonzerne müssen die Gebühren für die Nutzung ihrer Stromnetze durch Konkurrenten deutlich senken, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Brancheninsider. Die Bundesnetzagentur habe die ersten Bescheide verschickt und verlange darin teilweise drastische Kürzungen.

RWE-Vorstandsvorsitzender Jürgen Grossmann: Muss der Konkurrenz rund 20 Prozent Nachlass gewähren
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Betroffen sind dem Bericht zufolge zunächst drei der vier Betreiber der großen Übertragungsnetze: RWE Chart zeigen, Vattenfall Europe Chart zeigen und Energie Baden-Württemberg Chart zeigen (EnBW). Allein RWE müsse die Konkurrenten um rund 20 Prozent entlasten.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, will laut der Zeitung am Dienstag offiziell über die Kürzungen informieren. Der vierte Betreiber eines Übertragungsnetzes, Eon Chart zeigen, habe wie die mehreren hundert Betreiber regionaler und lokaler Verteilnetze noch keinen Bescheid erhalten.

Die Bundesnetzagentur überprüft die Gebührenanträge der Strom- und Gasnetzbetreiber. Die Netzinhaber lassen sich die Durchleitung von Strom und Gas von den Konkurrenten bezahlen und finanzieren damit unter anderem die Wartung und den Ausbau der Netze. Bei den Haushaltskunden schlagen sich die Gebühren in der Rechnung nieder: Beim Strom liegt der Anteil der Netzgebühren bei 31,5 Prozent, beim Gas sind es 19,1 Prozent.

Bereits 2007 hatte die Bundesnetzagentur bei zahlreichen Versorgern, darunter auch RWE, Teile der Kostenkalkulation nicht anerkannt und die Entgelte deutlich gekürzt.

tno/dpa-AFX/Reuters



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