Studie 39 Prozent der Deutschen ist ihr Job zu anstrengend

Der tägliche Kampf auf Arbeit ist vielen Deutschen zu hart. 39 Prozent der Arbeitnehmer halten ihren Job für zu anstrengend. Ganz anders sieht es im Nachbarland Holland aus: Hier sind nur 24 Prozent dieser Ansicht.


Berlin - Insgesamt liegen die Deutschen aber im europäischen Durchschnitt. Europaweit empfinden 41 Prozent der Arbeitnehmer ihren Job als zu anstrengend und zu belastend. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Opinion im Auftrag der Europäischen Kommmission hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurde.

Arbeitsstress in der EU: Deutschland liegt im Mittelfeld
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Arbeitsstress in der EU: Deutschland liegt im Mittelfeld

Mehr als 20 Prozent der Arbeitnehmer in der Europäischen Union glauben demnach, dass sie unter gefährlichen und ungesunden Bedingungen arbeiten, bei den Arbeitern sind es sogar 29 Prozent.

14 Prozent aller Befragten denken zudem, dass ihnen ihre Anstellung kein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf, Familie und Privatleben ermöglicht. Besonders erstaunlich: Frauen scheinen in dieser Hinsicht glücklicher zu sein als Männer. Sie gaben häufiger an, Beruf und Familie miteinander vereinbaren zu können. Auch Selbstständige und Arbeiter ab 55 Jahre schaffen es der Umfrage zufolge überdurchschnittlich häufig, Job und Privatleben in Einklang zu bringen.

Am häufigsten stufen die Arbeitnehmer in Litauen ihren Job als zu anstrengend und zu belastend ein: 71 Prozent fühlen sich an ihrer Arbeitsstelle überfordert. In Griechenland sowie in Rumänien liegt die Quote bei 70 Prozent.

Ein angenehmes Arbeiten ist dagegen vor allem in Finnland und den Niederlanden möglich. In Finnland halten nur 25 Prozent ihren Job für zu hart, in den Niederlanden sind es sogar nur 24 Prozent. Für die Umfrage wurden im Dezember 2006 mehr als 26.000 Bürger in den 25 Mitgliedstaaten der EU sowie in Bulgarien und Rumänien kurz vor dem Beitritt der beiden Länder befragt.

Die Umfrage untersuchte auch den Stress, dem die Europäer im Beruf ausgesetzt sind. Bei Managern in leitender Position gaben 55 Prozent an, dass Stress für sie ein Problem sei. Bei den Selbstständigen vertraten 44 Prozent diese Auffassung. Damit fühlen sich Manager und Selbstständige Stress-geplagter als Arbeitnehmer.

"Die Arbeit sollte ein Platz sein, an dem sich die Menschen wohl fühlen und an dem sie glücklich sind", sagte Marita Carballo vom Umfrageinstitut TNS. Oft sei jedoch das Gegenteil der Fall. "Das hat Auswirkungen auf die allgemeine Lebenszufriedenheit und wirft die Frage nach der langfristigen Produktivität am Arbeitsplatz auf", sagte die Wissenschaftlerin.

wal/ddp



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