Studie Einwegpfand verfehlt sein Ziel

Das Pflichtpfand für Getränke-Einwegverpackungen zeigt offenbar nicht die von der Politik erhoffte Wirkung. Einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung zufolge greifen die Verbraucher viel häufiger zu Einwegflaschen als früher.


Berlin - Die Mehrwegquote bei alkoholfreien Getränken 2006 sei auf historisch niedrige 34,6 Prozent abgesackt, schreibt die "Welt". Das sei fast ein Viertel weniger als bei Pfandeinführung vor vier Jahren.

Leere Getränkedosen: Quote um fast 25 Prozent abgesackt
DPA

Leere Getränkedosen: Quote um fast 25 Prozent abgesackt

"Die neue Pfandregelung hat ihr Ziel komplett verfehlt", sagt Klaus Peter Stadler, Technischer Direktor bei Coca-Cola Deutschland dem Blatt. Es passiere das Gegenteil von dem, was der damalige Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) mit dem Pflichtpfand bewirken wollte.

Die Politik verteidigt ihre Pfandentscheidung dennoch. "Ohne wäre die Mehrwegquote noch schneller zurückgegangen", sagt Thomas Rummler, Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft und Bodenschutz im Umweltministerium. Allerdings sei das Instrument Pfand an Grenzen gestoßen: "Wenn im Discounter 1,5 Liter Wasser für 18 Cent pro Flasche angeboten werden, hilft kein Pfand und keine Abgabe."

mik/ddp



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