Studie Kinder sind so reich wie nie

Jedes Kind zwischen sechs und 13 Jahren verfügt im Durchschnitt über ein Vermögen von 1006 Euro, so das Ergebnis einer neuen Studie. Zwar haben damit Kinder so viel Geld wie nie, doch Eltern müssen für sie auch immer tiefer in die Tasche greifen.

Berlin - "Armes Deutschland mit reichen Kindern" sei eine der Hauptaussagen der diesjährigen Untersuchung, sagte Ingo Höhn, Geschäftsleiter Anzeigen beim Egmont Ehapa Verlag, dem Herausgeber der Studie. Eltern würden trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage in Deutschland zu allerletzt bei ihrem Nachwuchs sparen.

Damit sei das Ergebnis der repräsentativen KidsVerbraucherAnalyse vom Vorjahr um zehn Prozent gesteigert und erstmals die 1000-Euro-Marke durchbrochen worden. Auf die insgesamt 5,84 Millionen Kinder der untersuchten Altersgruppe hochgerechnet ergebe sich ein Vermögen von fast 5,9 Milliarden Euro.

Wenig Veränderung stellten die Statistiker bei den Einzelposten Taschengeld (246 Euro), Geburtstagsgeld (68 Euro) und Weihnachtsgeld (77 Euro) fest. Die Höhe des durchschnittlichen Sparguthabens stieg jedoch von 518 auf 615 Euro. Für die 14. KidsVerbraucherAnalyse wurden den Angaben zufolge 1652 Interviews ausgewertet.

Ausgaben für Kinder stiegen um elf Prozent

Zwar haben Kinder soviel Geld wie nie, doch Eltern mussten für ihren Nachwuchs immer tiefer in die Tasche greifen. Die Ausgaben für ein Kind in Deutschland stiegen von 1998 bis 2003 um fast elf Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Im gleichen Zeitraum legten die gesamten Lebenshaltungskosten nur um 6,6 Prozent zu. Rund 550 Euro pro Monat hätten Eltern im Schnitt für den Nachwuchs ausgegeben, heißt es in der Studie, die auf den Daten der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2003 basiert. "Ausschlaggebend für die höheren Kosten waren vor allem die erhöhten Ausgabenanteile für Kinder in den Bereichen Wohnen und Verkehr, die hohe Anteile am Gesamtkonsum haben", schrieben die Statistiker.

Die Statistik erfasst die Ausgaben für Wohnen, Nahrungsmittel, Bekleidung und Verkehr. Allerdings fehlen dem Amt zufolge Versicherungen und Vorsorge für die Kinder. Diese seien aber seit 1998 sogar noch stärker gestiegen.

Die Höhe der Ausgaben hängt neben der Anzahl der Kinder und deren Alter vor allem vom Einkommen der Eltern ab: Während Paare mit einem monatlichen Nettoeinkommen bis zu 1717 Euro für ein Kind im Schnitt 325 Euro ausgeben, berappen Eltern mit einem Monatseinkommen über 5427 Euro fast drei Mal so viel für ihren Nachwuchs.

tim/ddp/Reuters

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