Prestigeprojekt der Deutschen Bahn Stuttgart 21 wird wohl eine Milliarde Euro teurer - und ein Jahr später fertig

Der Zeitplan ist anscheinend nicht zu halten, und teurer wird es auch: Die Fertigstellung von Stuttgart 21 verzögert sich offenbar bis Ende 2024 und soll eine Milliarde Euro mehr kosten als veranschlagt.
Baustelle Stuttgart 21

Baustelle Stuttgart 21

Foto: Marijan Murat/ dpa

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 soll gut eine Milliarde Euro teurer werden als bisher geplant. Nach den jüngsten Kalkulationen erwarte die Deutsche Bahn nun einen Kostenrahmen von 7,6 Milliarden Euro, berichtet die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch mit Verweis auf Kreise des Aufsichtsrats.

Zugleich verzögert sich die Fertigstellung des Projekts um rund zwölf Monate. Darüber hatte zuvor die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtet. Der neue Zeit- und Kostenplan soll nach dpa-Angaben auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats Ende Januar abgesegnet werden. Ein Bahn-Sprecher sagte gegenüber SPIEGEL ONLINE, er könne zu den Berichten keine Stellung nehmen. Stuttgart 21 werde aber auf der Aufsichtsratssitzung am 13. Dezember Thema sein.

Als Gründe für die höheren Kosten und die spätere Fertigstellung wurden in den Berichten unter anderem gestiegene Baukosten, Verzögerungen in den Planungsverfahren und die restriktiven Regeln beim Artenschutz genannt.

Im Zuge des umstrittenen Projekts soll aus dem Stuttgarter Kopfbahnhof ein Tiefbahnhof werden. An dem Bahnhof wird seit Februar 2010 gebaut, der Grundstein für den Neubau wurde im September 2016 gelegt.

Das Projekt hatte im Jahr 2010 für große Proteste gesorgt, Zehntausende Menschen gingen seinerzeit auf die Straße. Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler hatte dann in dem Konflikt als Schlichter vermittelt.

mik/dpa