Südirak Ölquellen fallen länger aus als geplant

Der Irak könnte nach Einschätzung Großbritanniens erst nach dreimonatiger Instandsetzung wieder Öl aus seinen heruntergekommenen Feldern im Süden exportieren. An den Rohstoffmärkten wächst die Nervosität, der Barrel-Preis steigt wieder rasant an.


Von britische Soldaten gesicherte Öl-Anlage auf der Insel Fau: Die Instandsetzung kann dauern
AP

Von britische Soldaten gesicherte Öl-Anlage auf der Insel Fau: Die Instandsetzung kann dauern

Camp al-Sailija - "Das Ölfeld im Süden des Irak befindet sich in einem furchtbaren Zustand. Die Reparaturen werden drei Monate dauern, bis wieder Öl fließen kann", sagte ein britischer Armeesprecher am Donnerstag vor Journalisten in Katar. Die Kosten für die Instandsetzung könnten sich auf rund eine Milliarde Dollar belaufen. Ölexperten hatten auf eine frühere Wiederaufnahme des Betriebs gehofft, wo in der vergangenen Woche noch die Hälfte der gesamten irakischen Ölproduktion von 2,5 Millionen Barrel pro Tag hergestellt wurde.

Experten gehen davon aus, dass der Irak seine Produktionskapazität auf fast drei Millionen Barrel pro Tag erhöhen kann, wenn alle südlichen Ölfelder funktionsfähig sind. Derzeit seien Feuerwehrleute dabei, einige brennende Ölquellen zu löschen, welche nach britischen Angaben von Irakern angezündet wurden.

Brent-Preis steigt wieder

Die USA hatten befürchtet, dass Irak nach Kriegsbeginn seine Ölfelder zerstören würde und daher umgehend versucht, die Felder zu sichern. Die USA kontrollieren derzeit das wichtige Ölverladeterminal in Mina al-Bakr, an dem mehr als die Hälfte der irakischen Öltransporte verladen werden.

Bis vor Kriegsbeginn hatte Irak rund 1,8 Millionen Barrel im Rahmen des UNO-Hilfsprogramms "Öl für Lebensmittel" exportiert. Das Programm begrenzte die zulässigen Ölexporte und verpflichtete das Land, mit dem erlösten Geld Lebensmittel für die zum Großteil verarmte Bevölkerung zu kaufen.

Der Ölpreis für die führende Sorte Brent zog in London bis gegen Mittag wieder um rund einen Dollar auf über 26 Dollar an. Händler begründeten den Anstieg mit der Perspektive eines längeren Krieges.



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