Superreichen-Ranking von "Forbes" Jüngster Milliardär der Welt ist ein Deutscher

Nie zuvor haben die Reichen der Welt ihr Vermögen so vermehrt wie im vergangenen Jahr. Das enthüllt die neue "Forbes"-Liste der Milliardäre - zusammen besitzen die Krösusse jetzt 3.500.000.000.000 Dollar. Die Russen stechen dabei allmählich die Deutschen aus. SPIEGEL ONLINE zeigt das Ranking.


New York - Bill Gates, Gründer des Software-Konzerns Microsoft, bleibt der reichste Mann der Welt - mit einem Vermögen, das "Forbes" auf 56 Milliarden Dollar schätzt (42,6 Milliarden Euro). Sein Freund, der Investor Warren Buffett, landet in der Liste des US-Wirtschaftsmagazins auf Platz zwei (52 Milliarden Dollar), ebenfalls wie im vergangenen Jahr gefolgt vom reichsten Mann Lateinamerikas, dem Mexikaner Carlos Slim Helu (49 Milliarden Dollar). Der Sohn libanesischer Einwanderer ist Hauptaktionär der mexikanischen Telefongesellschaft Telmex und Herr eines Firmenimperiums.

"Forbes" erfasst seit Jahrzehnten jährliche Ranglisten der reichsten der Reichen, indem Redakteure die Unternehmens- und Vermögenswerte der Milliardäre recherchieren und die Gesamtsumme schätzen. Die Angaben gelten als verlässlich.

In diesem Jahr kommt "Forbes" auf weltweit insgesamt 946 Milliardäre. 2006 waren es noch 793. Sie besitzen gemeinsam 3,5 Billionen Dollar (2,7 Billionen Euro). Das sind 35 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr - zwei Drittel aller Milliardäre sind im vergangenen Jahr reicher geworden. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland (die Summe aller in einem Jahr produzierten Güter und Dienstleistungen) beläuft sich auf rund 2,3 Billionen Euro.

"Es ist das reichste Jahr in der Geschichte der Menschheit", sagte Steve Forbes bei der Präsentation der Zahlen. "Noch nie hat es einen solchen Anstieg gegeben."

Die prominentesten der 178 Neuzugänge (und 17 Wiedereinsteiger) in der Liste sind Howard Schultz (Kaffeehauskette Starbucks, Platz 840) und der frühere Disney-Chef Michael Eisner (Platz 891). 60 Prozent der Milliardäre haben ihr Vermögen selbst erworben und nicht geerbt.

415 der 946 Milliardäre wohnen in den USA. In Deutschland zählt "Forbes" insgesamt 55 Milliardäre - das ist Platz zwei hinter den USA, aber nur noch knapp, denn Russland holt auf: Es hat inzwischen 53 Milliardäre. Vom zusammenaddierten Vermögen her haben die russischen Milliardäre die deutschen schon überholt, mit 232 zu 245 Milliarden Dollar.

Unter den Top Ten der Welt ist kein Deutscher. Die deutschen Top Ten werden angeführt von den Aldi-Gründern: Karl Albrecht wird auf 20 Milliarden Dollar geschätzt (weltweit von Platz 13 auf 15 abgerutscht), sein Bruder Theo Albrecht auf 17,5 Milliarden (von Platz 22 auf 20 geklettert). Der jüngste Milliardär der "Forbes"-Liste stammt aus Deutschland: Es ist der 23-jährige adelige Erbe Albert von Thurn und Taxis. Im vergangenen Jahr hatte Hind Hariri, Tochter des ermordeten libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Rafik Hariri, ihn verdrängt, weil sie in die Rangliste vorgestoßen war - jetzt ist sie nicht mehr dabei, von Thurn und Taxis ist wieder der jüngste Superreiche.

Prominente Frauen auf der überwiegend männlichen Liste sind die Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey (Platz 664) und die "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling (Platz 891). Zu den reichsten Frauen Deutschlands zählen die BMW-Großaktionärinnen Susanne Klatten (geschätzt 9,6 Milliarden Dollar) und Johanna Quandt (6,7 Milliarden Dollar).


"Forbes"-Liste: Die kompletten Top 100 der Milliardäre
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wal/dpa/Reuters



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