Swissair Jetzt stehen bis zu 30.000 Jobs auf dem Spiel

Die Schweizer Luftfahrt kommt nach dem Zusammenbruch der Swissair aus ihrer tiefen Krise nicht heraus. Die geplante Gründung einer neuen nationalen Fluggesellschaft zum 1. November droht zu scheitern. Mindestens 10.000 Arbeitsplätze gehen verloren, bis zu 20.000 weitere sind bedroht.


Kein Land in Sicht: Swissair
REUTERS

Kein Land in Sicht: Swissair

Genf - Die Regionalfluglinie Crossair könne unter anderem wegen fehlender Lizenzen nicht wie vorgesehen bis zum Beginn des Winterflugplans alle Langstreckenflüge der früheren Konzern-Mutter Swissair übernehmen, berichteten Schweizer Tageszeitung am Sonntag.

Weitere ungelöste Probleme neben fehlenden Konzessionen des Schweizerischen Bundesamtes für Zivilluftfahrt seien die Flugplanung, die Größe des Personalbestandes und des Flugzeugparks sowie die Kapitalbeschaffung.

Im Zusammenhang mit der größten Massenentlassung in der Schweizer Geschichte sprach der Swissair-Personalchef erstmals von bis zu 30.000 Arbeitslosen. "Klappt die Fusion Swissair/Crossair, verlieren rund 10.000 Leute ihre Stelle. Klappt sie nicht, dann müssen wir mit bis zu 30.000 Arbeitslosen rechnen. So brutal sieht das aus", sagte , sagte Swissair-Personalchef Matthias Mölleney dem "SonntagsBlick".

Für die neue Schweizer Fluggesellschaft sind nach Angaben von Luftfahrtexperten bis zu drei Milliarden Franken notwendig. Nach einem Bericht der "SonntagsZeitung" will die Schweizer Regierung für die marode Swissair zwar mit weiteren Finanzhilfen einspringen, aber dafür im Gegenzug auf die geplante Senkung von Unternehmenssteuern in Höhe von 300 Millionen Franken verzichten.

Nach Informationen des "SonntagsBlick" sind Rettungsbeträge des Staates in Höhe von bis zu 200 Millionen Franken pro Monat notwendig, um wenigstens einen Minimalbetrieb des Flughafens Zürich und der Swissair-Flotte aufrecht zu erhalten. Als Übergangszeit bis zum Vollbetrieb der neuen Gesellschaft werden drei bis sechs Monate veranschlagt.

200 Millionen Franken könnten nach einem Bericht der Tageszeitung "Blick" vom 91-jährigen Besitzer des Autoimporteurs Amag, Walter Haefner, kommen. Er wolle damit zum Erhalt einer nationalen Schweizer Fluggesellschaft beitragen. Auch andere Banken und Unternehmer haben nach Schweizer Zeitungsberichten finanzielle Unterstützung signalisiert.

Als bestmögliches Szenario wird bislang die Übernahme von 26 Lang- und 26 Kurzstreckenflugzeugen der Swissair angesehen. Als "schlimmster Fall", dass die Crossair kein einziges Swissair-Flugzeug in ihren Dienst stellt. Nach einer dritten Variante übernimmt die Crossair nur 15 Swissair-Jets.



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