Swissair-Prozess Staatsanwaltschaft akzeptiert Freisprüche

Die Ankläger gehen gegen das Urteil im Prozess um die Pleite der Schweizer Airline nicht in die Berufung. Damit sind die Freisprüche für 19 ehemalige Manager und Verwaltungsräte rechtskräftig. Die haben hohe Entschädigungssummen kassiert.


Zürich- Nach der Prüfung des schriftlichen Urteils des Bezirksgerichts Bülach beurteilte die Anklagebehörde des Kantons Zürich die Erfolgschancen bei einer Fortsetzung des Verfahrens als zu gering.

In dem wohl spektakulärsten Prozess der Schweizer Wirtschaftsgeschichte waren Anfang Juni alle 19 angeklagten ehemaligen Manager und Verwaltungsräte der einstigen Schweizer Renommier-Fluggesellschaft freigesprochen worden. Die Swissair-Pleite war mit Schulden von 17 Milliarden Franken (11,5 milliarden Euro) die größte Insolvenz der Schweizer Geschichte.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten Delikte wie ungetreue Geschäftsführung, Gläubigerschädigung und Urkundenfälschung vorgeworfen. Sie hatte Haftstrafen zwischen sechs und 28 Monaten gefordert. Zum Teil sollten die Strafen zur Bewährung ausgesetzt werden. Hinzu sollten in den meisten Fällen noch hohe Geldstrafen kommen.

Statt der verlangten Strafen bekamen die Angeklagten zum Teil hohe Geldsummen als Entschädigung für den Prozess.

esp/Reuters



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