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INFINEON Symbolisches Opfer

aus DER SPIEGEL 8/2009

Weniger hart, als es auf den ersten Blick erscheint, trifft der geplante Verzicht auf bis zu 20 Prozent ihrer Bezüge die Vorstände des angeschlagenen Münchner Chip-Herstellers Infineon. Die meisten Mitglieder des Gremiums konnten ihr Fixgehalt im vergangenen Geschäftsjahr ohnehin deutlich steigern - trotz massiver Verluste des Unternehmens. Mit dem Einkommensopfer wollten die Top-Manager auf der Hauptversammlung am Donnerstag vergangener Woche erboste Aktionäre milde stimmen. Dabei büßen einige von ihnen wohl nur einen Teil früherer Gehaltserhöhungen ein, die sie vom Aufsichtsrat bewilligt bekamen. Infineon-Chef Peter Bauer, der sich als Einziger bereit erklärte, auf volle 20 Prozent Salär zu verzichten, würde demnach vermutlich auf die Größenordnung seiner Vergütung aus dem Jahr 2008 zurückfallen, in dem er zum Vorstandssprecher aufstieg. Seine Kollegen Hermann Eul und Reinhard Ploss kommen noch glimpflicher davon. Beide sind erst seit relativ kurzer Zeit reguläre Mitglieder im Vorstand und haben ihre Festbezüge im vergangenen Jahr gegenüber 2007 drastisch gesteigert. Ihr offerierter Solidarbeitrag von jeweils zehn Prozent wirkt im Vergleich zu Bauer und zur Höhe ihres Gehalts eher wie eine symbolische Geste. Sie dürften auch 2009 weitaus mehr verdienen als vor ihrem Aufstieg in die Top-Liga des krisengeplagten Konzerns.

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