Ausreichende Versorgung in Gefahr Krankenhausgesellschaft warnt vor Folgen bei massenhafter Rückkehr nach Syrien
Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (hier bei einer Veranstaltung in Dresden 2022): »Wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Versorgung«
Foto:Sebastian Kahnert / dpa
Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, erwartet Folgen für Deutschland, sollten syrische Ärztinnen und Ärzte in der Folge des Machtwechsels in Damaskus in ihr Heimatland zurückkehren.
»Wir können verstehen, dass viele von ihnen in ihre Heimat zurückkehren möchten und dort auch dringend gebraucht werden«, so Gaß als Antwort auf eine SPIEGEL-Anfrage an die DKG. Allerdings spielten syrische Ärzte in Deutschland vor allem in Krankenhäusern kleinerer Städte eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Versorgung. »Verlassen sie in größerer Zahl Deutschland wieder, wird dies in der Personaldecke ohne Zweifel spürbar sein«, so Gaß.
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Laut Statistik der Bundesärztekammer arbeiteten Ende vergangenen Jahres 5758 syrische Ärztinnen und Ärzte in Deutschland, davon knapp 5000 im Krankenhaus. Damit sind sie die größte Gruppe ausländischer Ärzte.
Auch der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) sieht Mediziner aus dem Ausland als wichtig an. »Deutschland braucht Fachkräfte aus dem Ausland, um wichtige Infrastrukturbereiche wie die Pflege und die Gesundheitsversorgung funktionsfähig zu halten«, so ein Sprecher.
»Zu diesen Fachkräften gehören auch Menschen aus Syrien, die entweder schon vorher qualifiziert waren oder im Rahmen ihres Aufenthaltes hier in Deutschland ihre Qualifikation erworben haben«, so der SpiFa. Diese Menschen leisteten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung in Deutschland, und ihr Weggang hätte sicherlich spürbare Konsequenzen im deutschen Gesundheitssystem.