T-Online Nach Eck sollen weitere Vorstände gehen

Ron Sommer räumt auf: Nur wenige Wochen nach dem Abgang von Vorstandschef Wolfgang Keuntje trennt sich T-Online von Marketing-Vorstand Ralf Eck. Auch die übrigen Vorstände des Telekom-Ablegers sollen abgelöst werden.


Bonn/Darmstadt - Als Ecks Nachfolger steht bereits Burkhard Grassmann fest, teilte die Telekom am Mittwoch abend mit. Grassmann ist bisher Mitglied der Geschäftsleitung im Telekom-Bereich Konzernkommunikation, der Sommer direkt unterstellt ist.

Spannung zwischen Mutter und Tochter: Ron Sommer, Wolfgang Keuntje
AP

Spannung zwischen Mutter und Tochter: Ron Sommer, Wolfgang Keuntje

Ecks Abgang werde nicht der letzte im Vorstand von T-Online bleiben, berichtet manager magazin online unter Berufung auf informierte Kreise. Auch die drei verbliebenen Vorstandsmitglieder sollten abgelöst werden.

Konzern-Chef und Marketing-Fachmann Sommer sei unzufrieden mit dem ganzen T-Online-Vorstand, den er nun nach und nach austauschen wolle. Die Riege gelte ihm als zu techniklastig, heißt es weiter.

Zwei weitere Vorwürfe Sommers: Die alte Garde kooperiere zu wenig mit der Konzern-Zentrale und verstehe zu wenig vom Geschäft mit Inhalten und Portalen. Speziell an Eck habe Sommer gestört, dass er das Image von T-Online nicht aggressiv genug vermarktet habe.

Besonders unzufrieden soll Sommer dem Bericht zufolge mit Vertriebs-Vorstand Bernd Reichert-Berg sein. Der frühere Leiter der Technikniederlassung Offenburg der Deutschen Telekom war im Frühjahr dieses Jahres von Ex-Chef Keuntje als Vertriebs-Vorstand zu T-Online geholt worden.

Über diese Besetzung sei es im Aufsichtsrat zwischen dem ehemaligen T-Online-Chef Keuntje einerseits und den Telekom-Vorständen Sommer und Detlev Buchal andererseits zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen.

Technik-Vorstand Eric Danke, einem Mann der ersten Stunde bei T-Online, traue Sommer offenbar keine neuen Impulse für das Zukunftsgeschäft zu, schreibt das Online-Magazin weiter. Schließlich gelte Finanz-Vorstand Christian Hoening in den Augen Sommers ebenfalls als zu technikgetrieben.

Am Mittwoch fiel die T-Online-Aktie auf ein neues Allzeittief.



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