T-Online Vetternwirtschaft?

Bei T-Online gibt es Personalprobleme. Fünf Manager des Online-Dienstes sollen in unsaubere Geschäfte verwickelt sein und doppelt abkassiert haben.


Unsaubere Geschäfte bei T-Online?

Unsaubere Geschäfte bei T-Online?

Weiterstadt - Nach Informationen des Branchendienstes "kress report" werden die fünf T-Online Manager verdächtigt, unerlaubte Nebentätigkeiten ausgeübt zu haben. Alle stünden in Verbindung mit der Veranstaltungsagentur NetEvent, die von der Telekom-Tochter wiederum Aufträge in Millionenhöhe erhalten habe.

Vier der Manager seien Kommanditisten der T.O.P. Internet Excellence. Diese Firma ist wiederum zu 40 Prozent an NetEvent beteiligt. Die restlichen 60 Prozent soll der Geschäftsführer der Agentur, Peter Nader, halten, berichtet der "kress report". Der Agenturchef ist jedoch der Bruder von Klaus Nader, der bei T-Online das Shopping-Portal leitet.

Der Online-Dienst hatte über NetEvent einen Co-Sponsoringvertrag für ATP-Tennisturniere über 60 Millionen Mark abgeschlossen, hieß es aus unternehmensnahen Kreisen. Branchenexperten bewerteten unter Berücksichtigung des Umsatzes von T-Online den Betrag als "außergewöhnlich hoch" für ein Co-Sponsoring.

Nun besteht der Verdacht, dass die Manager private und berufliche Interessen verquickt hätten. Die interne Revision der Telekom prüfe den Fall, hieß es. Sollte sich die Vermutung bestätigen, würde wegen Vorteilsnahme die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Ein Telekom-Sprecher wollte "personelle Konsequenzen nicht ausschließen".

T.O.P.-Geschäftsführer Stephan Lindlau wollte keine Angaben zu den Gesellschaftern machen. "Sollten jedoch Nebentätigkeiten ausgeübt worden sein, können Sie davon ausgehen, dass dafür Genehmigungen vorlagen", sagte Lindlau. Weitere Details wollte der Geschäftsführer nicht nennen. Bei NetEvent wollte sich niemand äußern.



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