T-Systems Gewerkschaft droht Telekom mit neuem Streik

Der letzte Arbeitskampf bei der Telekom ist gerade zwei Monate her - doch Ver.di will schon wieder streiken. Diesmal geht es um die Geschäftskunden-Sparte T-Systems. Die Gewerkschaft will "mit Härte" vorgehen.

München - "Wenn die Telekom bei T-Systems mit der gleichen Rigorosität vorgeht, wie sie das bei T-Service getan hat, werden wir auch mit der gleichen Härte antworten", sagte Ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Im Konflikt um die neue Telekom-Gesellschaft T-Service war es zu wochenlangen Streiks gekommen. Nun sei ein neuer Arbeitskampf möglich. "Eine Gewerkschaft kann Streiks nie ausschließen", sagte Schröder, der auch Vize-Aufsichtsratschef der Telekom ist.

Telekom-Chef René Obermann hatte jüngst angekündigt, die gesamte Geschäftskunden-Sparte T-Systems auf den Prüfstand zu stellen. Vor kurzem wurde bekannt, dass rund 18.000 Beschäftigte des Bereichs Enterprise Services in eine eigenständige Gesellschaft ausgelagert werden sollen. Hierfür sucht die Telekom einen Partner. Ver.di will dies jedoch nur dann hinnehmen, wenn "der Schutz der Arbeitsplätze und die Konditionen der Beschäftigten sowie die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsbereiches gesichert sind", sagte Schröder.

Erst Ende Juni war ein wochenlanger Arbeitskampf um die Auslagerung von rund 50.000 Stellen in konzerneigene Servicegesellschaften unter dem Dach von T-Service beendet worden. Telekom-Kunden mussten wegen der Streiks wochenlang längere Wartezeiten in Call-Centern und Verzögerungen bei Aufträgen von Technikern hinnehmen.

wal/AFP

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