Industrieverband Tanja Gönner wird erste Frau an der BDI-Spitze

Die frühere baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner wird neue Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Die 52-Jährige folgt auf Joachim Lang und ist die erste Frau in dieser Position.
Spitzenposition: Tanja Gönner wird neue BDI-Chefin

Spitzenposition: Tanja Gönner wird neue BDI-Chefin

Foto: Uwe Anspach/ picture alliance / dpa

Erstmals wird eine Frau den einflussreichen Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) leiten: Tanja Gönner soll neue Hauptgeschäftsführerin der einflussreichen Lobbyorganisation werden. Die 52-Jährige soll ihr Amt im zweiten Halbjahr 2022 antreten, die Berufung erfolgt durch BDI-Präsident Siegfried Russwurm am 20. Juni. Gönners Vorgänger Joachim Lang hatte bereits im Februar um die Aufhebung seiner Bestellung gebeten. Zuerst hatte das Medium »The Pioneer« über die Personalie berichtet.

Als frühere Ministerin in der Landesregierung von Baden-Württemberg und aus ihrer langjährigen Führung der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) bringe Gönner umfassende Kompetenzen und ein breites Erfahrungsprofil ein, sagte Russwurm. Damit verfüge sie über »hervorragende Voraussetzungen, in ihrer künftigen Funktion die deutsche Industrie national und international zu vertreten, ihren Kurs in der Klimapolitik und der Stärkung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit mitzuprägen und den gesellschaftlichen Dialog aktiv zu führen.«

CDU-Mitglied und Volljuristin

Gönner sagte, die Transformation zu Klimaneutralität, die Herausforderungen im internationalen Kontext und die Akzeptanz in der Gesellschaft seien große Aufgaben, denen sie sich »mit Respekt und mit großer Vorfreude stelle«. Der BDI versteht sich als die Stimme der Wirtschaft in Berlin, 40 industrielle Wirtschaftsverbände sind Mitglied in der Vereinigung. Der Verband selbst vertritt mehr als 100.000 Unternehmen mit rund acht Millionen Beschäftigten.

Gönner ist CDU-Mitglied und laut BDI seit 2012 Vorstandssprecherin der GIZ. Zuvor gehörte sie demnach von 2004 bis 2011 als Sozial-, Umwelt- und Verkehrsministerin der Landesregierung von Baden-Württemberg an und war von 2002 bis 2004 Mitglied des Deutschen Bundestags. Zudem engagiert sich die Volljuristin in diversen ehrenamtlichen Funktionen und übt verschiedene Beirats- und Aufsichtsratsmandate aus.

rai/dpa
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