Tankflugzeuge US-Demokraten verlangen Untersuchung zu Airbus-Auftrag

Der Milliardenauftrag der US-Regierung für Airbus-Tankflugzeuge hat vermutlich ein parlamentarisches Nachspiel. Die Präsidentin des Abgeordnetenhauses Pelosi verlangte eine Untersuchung durch den Kongress. Es gehe um die "nationale Sicherheit".


Washington - Gestänkert haben amerikanische Politiker schon seit Tagen, doch jetzt wird es vermutlich ernst. Wegen des Milliardenauftrags für Airbus-Tankflugzeuge hat Nancy Pelosi, die Präsidentin des US-Abgeordnetenhauses, eine Untersuchung durch den Kongress gefordert. Die Entscheidung der Bush-Regierung werfe "ernsthafte Fragen auf", hieß es in einer Erklärung der demokratischen Politikerin.

So müssten beispielsweise die Auswirkungen auf die nationale Sicherheit untersucht werden und ob die Folgen für den US-Arbeitsmarkt ausreichend berücksichtigt worden seien. "Mit Blick auf die Konsequenzen dieser Entscheidung für die Vereinigten Staaten muss die Luftwaffe dem Kongress erläutern, wie sie die langfristigen Bedürfnisse unserer Streitkräfte und des amerikanischen Volkes erfüllt", erklärte Pelosi weiter.

Zusammen mit dem amerikanischen Partner Northrop Grumman Chart zeigen wird der europäische Luftfahrtkonzern EADS Chart zeigen 179 Transportflugzeuge an die US-Luftwaffe liefern. Den Auftrag hatte das Pentagon vergeben. Dem Airbus-Mutterkonzern gelang damit überraschend der Einstieg in den US-Rüstungsmarkt, der vom Erzrivalen Boeing Chart zeigen dominiert wird. Northrop wird die Maschinen militärisch ausstatten und im Jahr 2012 an die US-Luftwaffe liefern. Das Auftragsvolumen wird auf 35 bis 40 Milliarden Dollar geschätzt.

Schon in den vergangenen Tagen hatte die Entscheidung in den USA Empörung ausgelöst. Der Republikaner Duncan Hunter, Mitglied der Armeekommission des US-Repräsentantenhauses, beklagte, die Entscheidung werde mehr als 100.000 Arbeitsplätze in den USA kosten.

wal/dpa/AFP



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