Benzin- und Dieselpreise Tankstellenverband lehnt Lindners Rabattvorschlag strikt ab

Der Ukrainekrieg lässt die Kraftstoffpreise rasant steigen. Doch ein Rabattvorschlag der Bundesregierung stößt bei den Tankstellenbetreibern auf wenig Gegenliebe.
Tankstelle in Bayern: Preisschock an der Zapfsäule

Tankstelle in Bayern: Preisschock an der Zapfsäule

Foto: Rolf Poss / IMAGO

Der Zentralverband des Tankstellengewerbes (ZTG) lehnt den Vorschlag von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) ab, Autofahrer mithilfe eines Benzinrabatts zu entlasten. »Grundsätzlich begrüßen wir zwar jede Bemühung, die Kraftstoffpreise zu senken, doch halten wir einen an der Tankstelle gewährten Tankrabatt für den falschen Weg«, sagte ZTG-Geschäftsführer Jürgen Ziegner dem »Handelsblatt«. Dieses wäre »eine hochbürokratische Maßnahme« – umso mehr, wenn jede Tankstelle auch noch die jeweiligen Quittungen beim Finanzamt einreichen müsse.

Vor allem freie Tankstellenbetreiber und mittelständische Mineralölhändler mit eigenem Tankstellennetz könnten die damit verbundene Vorfinanzierung eines Rabatts nicht leisten, sagte Ziegner. Der angestrebte 20-Cent-Rabatt übersteige die Kraftstoffmarge bei Weitem.

60.000 Euro nach vier Wochen

Ohnehin leiden dem Branchenverband zufolge Tankstellenbetreiber derzeit darunter, dass durch die enorm gestiegenen Einkaufspreise die laufenden Kreditlinien erreicht oder überschritten werden. Die Rechnung sei einfach, so Ziegner: Eine Tankstelle mit 300.000 Liter Kraftstoffabsatz pro Monat müsste für den Rabatt nach vier Wochen 60.000 Euro vorfinanzieren. Das sei »völlig unmöglich«.

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Der Verband plädiert daher dafür, die Energiesteuer für Benzin und Diesel so schnell wie möglich für ein halbes Jahr auf die EU-rechtlich zulässigen Mindestsätze von 36 Cent bei Benzin und 33 Cent bei Diesel zu senken und die CO₂-Steuer für den gleichen Zeitraum auszusetzen. »Inklusive Mehrwertsteuer wäre das eine Entlastung für die Verbraucher von 44 Cent bei Benzin und 28 Cent bei Diesel, ohne dass der Staat im gleichen Ausmaß Einnahmen verliert«, sagte Ziegner. Denn die Entlastung führe auch zu einem Rückgang des Tanktourismus in die Nachbarländer.

Der Ukrainekrieg hatte zuletzt für neue Rekordpreise an den Tankstellen gesorgt. Sowohl Super E10 als auch Diesel erreichten im März neue Höchststände.

rai/dpa