Tarifkonflikt Streik der kommunalen Ärzte droht

Der Marburger Bund hat die Tarifverhandlungen für 70.000 Ärzte an kommunalen Kliniken abgebrochen. Der Verband will nun seine Forderungen mit einem Streik durchsetzen.


Berlin - Gewerkschaftschef Frank Ulrich Montgomery sagte der Nachrichtenagentur AP, dass es in der kommenden Woche zu ersten Warnstreiks in den kommunalen Häusern kommen könnte. Bereits am Montag werde sich das Assistenzsprechergremium treffen, Mitte oder Ende der kommenden Woche die Große Tarifkommission. Laut Montgomery ist eine Zustimmung der Tarifkommission zum Arbeitskampf so gut wie sicher. Bereits in der übernächsten Woche - also mitten in der WM - könne regulär auch an den städtischen Krankenhäusern gestreikt werden. "Der Frust bei den Leuten ist unbeschreiblich", sagte Montgomery über die Stimmung bei den Ärzten.

Ärzteprotest in Jena (am 2. Juni): Geheimtreff am Wochenende
AP

Ärzteprotest in Jena (am 2. Juni): Geheimtreff am Wochenende

Schon seit Monaten streiken Ärzte an Unikliniken und an Krankenhäusern, die in der Trägerschaft der Länder sind. Die Tarifverhandlungen für die Ärzte in rund 700 kommunalen Kliniken hatten im März mit dem Ziel begonnen, bis zur kommenden Woche einen Abschluss zu erzielen. Der Marburger Bund hatte eine Erhöhung unter Berücksichtigung aller Bezüge der Ärzte von 30 Prozent gefordert.

Für eine rasche Lösung des Tarifkonflikts der Universitäts- und Landesklinikärzte soll es hingegen am Wochenende einen neuen Anlauf geben. An einem geheim gehaltenen Ort wollen sich der Verhandlungsführer der Länder, der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring, und der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, treffen. Sie wollen Möglichkeiten für eine Wiederaufnahme der abgebrochenen Tarifgespräche besprechen. Wann und wo sich die beiden treffen werden, wollte ein Sprecher Möllrings nicht verraten.

Allerdings gingen die Vorbereitungen für neue Streiks in der kommenden Woche trotz der geplanten Spitzengespräche weiter. Im Universitätsklinikum Mainz sollten heute bis zu 20 Patienten in andere Krankenhäuser verlegt werden. Dort sollen ab Montag zwei Drittel der Ärzte unbefristet streiken.

tim/Reuters/dpa-AFX



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