Tarifstreit Ab Montag Streik auf Deutschlands Baustellen

Im Tarifkonflikt des Baugewerbes kommt es von Montag an zum ersten bundesweiten Streik der Nachkriegszeit. Bei der Urabstimmung stimmten 98,6 Prozent der Mitglieder für den Arbeitskampf, teilte die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am Samstag in Frankfurt mit.


Baustelle: Arbeitskampf für den Osten
AP

Baustelle: Arbeitskampf für den Osten

Frankfurt/Main – "Dieses Ergebnis übertrifft unsere Erwartungen", sagte IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel. Erforderlich waren 75 Prozent der abgegeben Stimmen. Ein gutes Drittel der 340 000 Gewerkschaftsmitglieder habe sich an der Urabstimmung beteiligt. Der Arbeitskampf beginnt laut Wiesehügel am Montag zunächst in "wichtigen Metropolen im Norden" und soll dann ausgeweitet werden.

Die Arbeitgeber forderten die Gewerkschaft auf, schnellstens an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Sie schlossen zugleich Aussperrungen nicht aus, falls der Tarifkonflikt eskaliert. In dem seit Februar dauernden Tarifkonflikt waren die Schlichtungsversuche gescheitert. Die Gewerkschaft fordert für die 850 000 Beschäftigten Einkommenserhöhungen von 4,5 Prozent, das Angebot der Arbeitgeber liegt bei 3,0 Prozent.

Mit dem Streik antworten die Bau-Gewerkschafter auf das Scheitern der Schlichtungsverhandlungen vor zwei Wochen. Umstritten war in den Verhandlungen zuletzt vor allem die Neueinteilung der Lohngruppen sowie die Mindestlöhne. Widerstand kam dabei insbesondere aus dem ostdeutschen Arbeitgeberlager. Über die eigentliche Lohnerhöhung wurde auf Grund der offenen Punkte erst kurz vor Auslaufen der Frist ernsthaft verhandelt.



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