Tarifstreit Bahn lässt es auf neue Streiks ankommen

Klare Absage des Bahn-Vorstands: Das Unternehmen will den Lokführern definitiv kein neues Angebot vorlegen. Damit sind Streiks im Güterverkehr schon am Donnerstag so gut wie sicher.


Berlin - Die Bahn AG will der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) kein neues Angebot zur Lösung des Tarifstreits vorlegen. Das teilte Personalvorstand Margret Suckale in Frankfurt mit. "Ein neues Angebot wird es nicht geben." Die Bahn lässt damit ein Ultimatum der GDL verstreichen.

Bahn-Vorstand Suckale: "Verpflichtung zum Verhandeln"
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Bahn-Vorstand Suckale: "Verpflichtung zum Verhandeln"

Suckale forderte die GDL auf, ihrer "Verpflichtung zum Verhandeln" nachzukommen. Dies gehöre zum Streikrecht in Deutschland dazu. Grundlage für die Verhandlungen müsse die letzte Bahn-Offerte sein. Die Bahn hatte der GDL zuletzt Entgelterhöhungen von bis zu zehn Prozent angeboten, dafür aber Mehrarbeit verlangt. Auch eine Erhöhung der Einmalzahlung von 2000 Euro wurde angeboten - allerdings in Form einer Auszahlung von bisher geleisteten Überstunden.

Suckale bekräftigte, dass das Prinzip der Tarifeinheit im Konzern bestehen bleiben müsse. Genau das ist jedoch der Knackpunkt: Die wichtigste Forderung der GDL ist schließlich ein eigenständiger Tarifvertrag.

Die Gewerkschaft hatte mit Streiks im Güterverkehr gedroht, falls die Bahn bis Mittwoch kein neues Angebot vorlegen würde. Morgen will die GDL über neue Arbeitsniederlegungen entscheiden.

Bisher hatte die GDL nur den Nahverkehr bestreikt. Nach dem Urteil des Landesarbeitsgerichts in Chemnitz vom vergangenen Freitag dürfen die Lokführer aber auch im Fernverkehr und im Güterverkehr die Arbeit niederlegen. Eine Blockade des Güterverkehrs würde die Bahn besonders hart treffen. Experten schätzen den Schaden für das Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft auf bis zu 50 Millionen Euro täglich.

wal/ddp/dpa/Reuters/AP/AFP

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