Tarifstreit Bahn und GDL so gut wie einig - keine Streiks mehr

Die Lokführergewerkschaft will "zu 99 Prozent" nicht mehr streiken. Die GDL-Spitzengremien haben grünes Licht zur Verhinderung weiterer Arbeitskämpfe gegeben. Gewerkschaftschef Schell erklärte, ein eigener Tarifvertrag für die Lokführer sei zum Greifen nahe.


Frankfurt/Main - Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat sich mit der Deutschen Bahn auf die Eckpunkte eines Tarifvertrags geeinigt, sagte Manfred Schell heute in Frankfurt am Main. Hauptvorstand und Tarifkommission der GDL hätten der jüngsten Offerte heute einstimmig zugestimmt. Den Durchbruch brachte ein Termin im Bundesverkehrsministerium. Bahn-Vorstandschef Hartmut Mehdorn habe dabei am Samstag im Beisein von Wolfgang Tiefensee noch Änderungen gegenüber dem bisherigen Angebot vorgenommen, so Schell. Es werde damit keine weiteren Streiks geben. Man gehe davon aus, bis 31. Januar die restlichen Verhandlungen abschließen zu können.

Laut Schell wird es für die Lokführer für die Zeit vom 1. Juli 2007 bis 1. März 2008 eine Einmalzahlung von 800 Euro geben. Ab März soll das Tarifgehalt um acht Prozent steigen und am 1. September nochmal um drei Prozent, so dass dann ein Plus von elf Prozent bis zum Ende der Laufzeit Ende Januar 2009 bestehe. Dazu sinke ab Februar die Arbeitszeit von 41 auf 40 Wochenstunden. Dies habe Mehdorn am Samstag zugesichert, sagte Schell.

"Wir sind damit wirklich jetzt einverstanden", fügte der GDL-Chef hinzu. Weitere Streiks seien mit 99-prozentiger Sicherheit ausgeschlossen. Er betonte jedoch, es läge "noch eine Menge Arbeit" vor den Beteiligten.

Die Verhandlungen für eine Lösung des seit März 2007 schwelenden Konflikts waren kurz vor Weihnachten auf Druck der Bundesregierung wieder aufgenommen worden. Bereits am vergangenen Wochenende hatte die GDL eine Streikdrohung ausgesetzt.

ler/ddp/Reuters/dpa



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