Tarifstreit Baugewerbe steuert auf Kompromiss zu

Im Tarifkonflikt der Baubranche in Niedersachsen und Schleswig-Holstein zeichnet sich eine Lösung ab. Nach Gewerkschaftsangaben einigten sich die Baugewerbeverbände der beiden Bundesländer mit der IG Bau auf einen Kompromiss. Bedingung: Ein höherer Mindestlohn für die Branche.


Frankfurt - Die Arbeitgeber-Verbände aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein schließen sie sich demnach dem Schlichtungsergebnis für die Branche an - mit einer Änderung: Beide Seiten werden umgehend beim Bundesarbeitsminister beantragen, den Mindestlohn West noch in diesem Jahr auf 13 Euro zu erhöhen. Damit soll laut IG Bau verhindert werden, dass sich die Schwere zwischen tarifgebundenen und nicht gebundenen Unternehmen weiter öffne.

"Wir haben begründete Hoffnung, dass diese Lösung die Zustimmung aller beteiligten Verbände findet und die Auseinandersetzung damit beendet werden kann", sagte der IG-Bau-Vorsitzende Klaus Wiesehügel. Für die Annahme gilt eines Zustimmungsfrist bis zum 12. Juli. Die Gewerkschaft kündigte eine Fortsetzung der seit 18. Juni dauernden Streiks an, bis die Zustimmung des Arbeitsgeberlagers vorliege und die Urabstimmung abgeschlossen sei.

Der deutsche Bauindustrieverband und auch die Mehrzahl der Verbände des Baugewerbes in den anderen Bundesländern hatten ihren Mitgliedern empfohlen, den Schlichtungsspruch umzusetzen. Er sieht für die rund 700.000 Beschäftigten im Baugewerbe Lohnerhöhungen von 3,1 Prozent ab Juni und einen befristeten Zuschlag von 0,4 Prozent vor sowie weitere Anhebungen ab dem kommenden Jahr. Die Arbeitgeberverbände in Niedersachsen und Schleswig-Holstein weigerten sich jedoch, das Schlichtungsergebnis zu übernehmen. Dadurch konnte das Tarifergebnis bundesweit noch nicht in Kraft treten.

reh/AFP



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