Tarifstreit der Lokführer Bahn erwägt rechtliche Schritte gegen Streik

Die GDL droht ab Montag mit unbefristeten Streiks - und bringt damit alle am Tarifkonflikt Beteiligten wieder zum Rotieren. Die Bahn überlegt, ob sie die Streiks verbieten lassen kann, Bundesverkehrsminister Tiefensee verhandelt hinter den Kulissen.


Hamburg/Berlin - Es ist das altbekannte Spiel, das die Lokführergewerkschaft GDL jetzt schon seit Monaten hervorragend beherrscht: Stocken die Verhandlungen, droht sie mit Streik - und schon bewegen sich die anderen Beteiligten des Tarifkonflikts. Das gilt auch für die Drohung der GDL, ab Montag unbefristet zu streiken.

GDL-Chef Schell: Streikandrohung der Lokführer bringt Tarifpartner in Bewegung
DDP

GDL-Chef Schell: Streikandrohung der Lokführer bringt Tarifpartner in Bewegung

Wie auch in den vergangenen Monaten prüft die Deutsche Bahn angeblich, einen neuen Streik der Lokführer gerichtlich verbieten lassen. Juristen prüften derzeit, welche Arbeitsgerichte angerufen werden sollen, um die Streikpläne der GDL zu vereiteln, berichtet das Bielefelder "Westfalen-Blatt". Nach Ansicht der Bahn liege überhaupt kein Streikgrund vor, da die Tarifverhandlungen im Grundsatz endlich abgeschlossen werden könnten.

Die GDL will mit dem unbefristeten Streik die Unterzeichnung des bereits ausgehandelten Tarifvertrages mit der Bahn für die rund 20.000 Lokomotivführer erzwingen. Diese sollen danach eine Einmalzahlung von 800 Euro sowie eine stufenweise Anhebung ihrer Bezüge um durchschnittlich elf Prozent erhalten und eine Stunde weniger arbeiten. Gestritten wird jedoch noch um einen übergreifenden Grundlagentarifvertrag und eine Kooperationsvereinbarung zwischen der GDL und den Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA, die der Bahn-Konzern zur Bedingung macht.

Auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung in den wieder ausgebrochenen Tarifstreit eingeschaltet. Es habe erste Gespräche zwischen Tiefensee und der Lokführergewerkschaft GDL gegeben, berichtet das Blatt. Vertreter der Deutschen Bahn seien bei dem vertraulichen Treffen nicht dabei gewesen - und auch nicht darüber informiert gewesen.

sam/dpa/ddp



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