Tarifstreit Hunderte Amazon-Mitarbeiter folgen Streikaufruf von Ver.di

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di kämpft seit Langem für bessere Arbeitsbedingungen beim Versandhändler Amazon. Mit einem zweitägigen Streik wollen sie ihren Forderungen jetzt wieder einmal Nachdruck verleihen.
Streiks bei Amazon (Archivbild): Konzern reagiert gelassen

Streiks bei Amazon (Archivbild): Konzern reagiert gelassen

Foto: Guido Kirchner/ dpa

Mitarbeiter des Onlinehändlers Amazon haben mit Beginn der Nachtschicht zu Montag nach Angaben von Ver.di an mehreren Standorten die Arbeit niedergelegt. Streiks seien in Bad Hersfeld und Koblenz, in Rheinberg und Werne sowie in Leipzig gestartet worden, teilte die Gewerkschaft am Montag mit.

Ver.di hatte für diesen Montag und Dienstag die Beschäftigten an insgesamt sechs Standorten des Versandhandelskonzerns zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Über die Beteiligung an den für zwei Tage geplanten Aktionen insgesamt lagen zunächst keine Angaben vor. Im Logistikzentrum in Rheinberg haben laut Ver.di etwa 400 bis 450 Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt. In Leipzig erwartet die Gewerkschaft am Montag eine ähnliche Zahl von Streikenden. An anderen Standorten sei noch nicht abzusehen, wie viele Amazon-Mitarbeiter sich beteiligen, hieß es am Morgen.

Der Konflikt zwischen Ver.di und Amazon hat bereits Tradition. Seit mehr als sieben Jahren verlangt die Gewerkschaft die Anerkennung der regionalen Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels. Bei den aktuellen Arbeitsniederlegungen geht es außerdem um den Gesundheitsschutz und die Sicherheit der Beschäftigten.

Amazon hatte sich bei früheren Aktionen und Streikaufrufen der Gewerkschaft gelassen gezeigt. Ein Sprecher hatte in der Vergangenheit betont, Amazon sei auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsbewusster Arbeitgeber. Bundesweit hat Amazon 13 Logistikstandorte mit rund 13.000 Festangestellten. Eine offizielle Stellungnahme zu den Arbeitsniederlegungen gibt es nicht.

mik/dpa-AFX
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