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Tarifverhandlungen: Warten auf Daimler-Benz

aus DER SPIEGEL 14/1981

VW-Chef Toni Schmücker dauerte alles viel zu lange. Per Fernschreiben forderte er den Arbeitgeber-Verband Gesamtmetall und die IG Metall auf, endlich Klarheit über die Lohnzuschläge für 1981 zu schaffen. Doch die Unterhändler haben sich so verhakelt, daß wohl auch in dieser Woche der Krieg mit Worten weitergehen wird.

Zwar ist längst klar, daß nach der Acht-Prozent-Forderung der Gewerkschaft und dem ursprünglichen 2,5-Prozent-Angebot der Industrie der Kompromiß zwischen 4,5 und 4,9 Prozent angesiedelt ist. Doch Unstimmigkeiten und taktisches Finassieren innerhalb beider Lager verhinderten bislang die überfällige Einigung.

Bei den Arbeitgebern drängen vor allem Mittelständler darauf, nicht über 4,1 Prozent hinauszugehen. Großunternehmen wären hingegen bereit, noch etwas draufzulegen.

Die Lage bei der IG Metall: Zum einen drängt sich keiner unter den Provinz-Größen danach, als erster abzuschließen, da Proteste der Basis zu erwarten sind. Zum anderen stören die gegenwärtig laufenden Betriebsratswahlen -- vor allem im Tarfbezirk Nordwürttemberg/Nordbaden.

Dort müssen die IG-Metaller bei Daimler-Benz gegen eine Antigewerkschaftsgruppe antreten, die es vor drei Jahren auf 39 Prozent gebracht hatte. Die IG-Metaller fürchten, bei einem Tarif-Abschluß vor der Wahl am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche werde sich die Wut der Basis im Wahlergebnis niederschlagen.

Die Kompromiß-Willigkeit der Metall-Arbeiter dürfte ohnedies vergangene Woche erheblich gedämpft worden sein. Der allenthalben als beispielhaft gelobte Vier-Prozent-Abschluß der Bau-Industrie ist von den Gewerkschaftsgremien abgelehnt worden.

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