Telefónica Vorstand verschiebt Bangemann-Berufung

Martin Bangemanns Telefónica-Karriere ist offenbar im Ansatz steckengeblieben. Der Vorstand der spanischen Telefongesellschaft hat die umstrittene Berufung des beurlaubten EU-Kommissars und früheren Bundeswirtschaftsministers zum Direktor des Unternehmens verschoben.


Vorläufiger Karriereknick: Martin Bangemann
DPA

Vorläufiger Karriereknick: Martin Bangemann

Madrid - Eigentlich hatte das Führungsgremium gestern über die pikante Personalie entscheiden sollen. So lautete zumindest vor drei Wochen die Ankündigung von Vorstandschef Juan Villalonga. Doch der Beschluß wurde vertagt, berichtet die spanische Finanzzeitung "Expansion". Der Aufschub bedeute nicht, daß die Aufnahme Bangemanns generell verworfen worden sei. Er stelle vielmehr eine "Phase der Reflektion" dar, schreibt die Zeitung. Nach Darstellung von "El Mundo" habe Bangemann selbst Villalonga seine Absicht mitgeteilt, später als geplant in die Konzernführung einzutreten.

Ein Sprecher der Gesellschaft bestätigte das Vorstandstreffen, zum Fall Bangemann wolte er sich am Mittwoch aber nicht äußern.

Der angekündigte Wechsel Bangemanns zur Telefónica war innerhalb der EU, aber auch in Deutschland und selbst bei Parteifreunden in der FDP heftig kritisiert worden. Als EU-Kommissar war der schwergewichtige Politiker unter anderem für den Telekom-Bereich zuständig gewesen. Die EU-Regierungen wollen vor dem Europäischen Gerichtshof erreichen, daß Bangemann seine mit dem EU-Amt verbundenen Pensionsansprüche verliert.



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