Telekom-Merger Verizon hat freie Bahn bei MCI-Übernahme

Im heftigen Übernahmekampf um den US-Telekomkonzern MCI hat der Branchenriese Verizon einen wichtigen Etappensieg verbucht. Der Mitbewerber Qwest zieht sich aus dem Bietergefecht zurück - allerdings nicht, ohne das Verfahren hart zu attackieren.


Verizon-Zentrale in New York: Sieg über Qwest
REUTERS

Verizon-Zentrale in New York: Sieg über Qwest

Denver - Der Qwest-Konzern teilte gestern am Abend mit, dass er aus dem Bietergefecht aussteigen wird. Eine Fortsetzung mache keinen Sinn mehr, nachdem das MCI-Management unerklärlicherweise zum dritten Mal in Folge das höhere Qwest-Angebot zurückgewiesen habe, hieß es in einer Mitteilung.

"Die Entscheidung ist ein weiteres Beispiel für den Fehler des Boards", hieß es weiter. Das MCI-Management habe die Vorteile des Angebots bewusst ignoriert und die Finanzsituation von Qwest viel zu negativ beurteilt.

Zuvor hatte Verizon zum dritten Mal seine Offerte auf mindestens 26 Dollar in bar und in eigenen Aktien aufgestockt. Damit liegt das Angebot weiterhin unter den 30 Dollar, die Qwest bietet.

Großkunden für Verizon

MCI empfahl seinen Aktionären dennoch die Annahme der Offerte von Verizon. Zwischenzeitlich hatte die Konzernführung ein Zusammengehen mit Qwest favorisiert, da die Gesellschaft mit 9,7 Milliarden Dollar deutlich mehr bot als Verizon.

Von einem Zusammenschluss mit der finanzkräftigeren Verizon verspricht sich das MCI-Management bessere Chancen für die weitere Entwicklung des fusionierten Konzerns. Etliche Großkunden von MCI hätten durchblicken lassen, dass sie eine Fusion mit Verizon bevorzugen würden.

Verizon und Qwest liefern sich schon seit Februar einen Bieterkampf um die Telekom-Gesellschaft MCI, die ihr Geld vor allem mit Ferngesprächen und Großkunden verdient. MCI war aus der insolventen Worldcom hervorgegangen. Sowohl Verizon als auch Qwest wollen mit dem Zukauf ihre Position auf dem US-Telekommarkt stärken, der sich in einer weit reichenden Konsolidierungsphase befindet.

Verizon ist die Nummer eins bei Ortsgesprächen in den USA und hat einen Börsenwert von 100 Milliarden Dollar. Qwest ist mit einer Kapitalisierung von etwa sieben Milliarden Dollar deutlich kleiner und hat zudem 17,3 Milliarden Dollar Schulden.



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