Terroranschläge Versicherer Axa kündigt alle Risiko-Policen

Der größte französische Versicherungskonzern Axa hat alle mit hohem Risiko behafteten Policen für Unternehmen gekündigt. Wenn andere Versicherer wie erwartet nachziehen, steht Frankreichs Wirtschaft ohne Schutz vor den finanziellen Schäden etwaiger Terroranschläge da.


WTC-Ruine: Axa meint, die Terrorrisiken nicht mehr schultern zu können
AFP

WTC-Ruine: Axa meint, die Terrorrisiken nicht mehr schultern zu können

Paris - Grund für die Kündigung der Policen ist nach Angaben von Axa die hohe Unsicherheit darüber, ob es zu weiteren Terrorangriffen kommt. Da die großen Rückversicherer sich inzwischen weigerten, Terrorschäden zu decken, sei Axa seinerseits nicht mehr in der Lage, die Risiken weiterer Anschläge zu schultern. "Wir müssen wissen, ob der Staat einspringt und die Regeln für die Rückversicherung definiert", so Axa-Sprecher Christophe Dufraux gegenüber dem "Wall Street Journal Europe".

Bereits vor einem Monat hatte Axa die Versicherungspolice der Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr gekündigt. Demnächst könnten auch Fabriken, große Gebäude oder Supermärkte in Frankreich ohne Schutz vor Terroranschlägen dastehen. Denn Ende des Jahres laufen die meisten Versicherungen aus.

Andere französische Versicherer dürften dem Beispiel Axas folgen. Sollten die Versicherer die Policen kündigen, gerieten Unternehmen in Zeitnot. "Die Regierung muss in den nächsten Tagen eine Entscheidung treffen", sagte Philippe Detrez, Chef der Risikoabteilung von PSA Peugeot Citroën SA.

Wunschmodell der Assekuranzen ist ein Fonds, in den alle Versicherungen einzahlen. Aus den Fondsmitteln würden dann etwaige Terrorschäden bezahlt. Bei Belastungen, welche die Mittel des Fonds übersteigen, müsste der französische Staat einspringen, so der Vorschlag der Versicherer.

In Frankreich sind die Versicherer von der derzeitigen Krise besonders stark betroffen. Französische Assekuranzen sind rechtlich verpflichtet, Unternehmen gegen Terrorschäden zu versichern. Axa hat bereits einen Preisanstieg zwischen 35 und 80 Prozent angekündigt.



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