»Die Anlage wird weiter gebaut« Verwirrung um Tesla-Batteriefabrik in Grünheide

Tesla habe die Batteriefabrik in Grünheide gestrichen, meldeten US-Medien vergangene Woche. Stimmt nicht, sagt nun der Bürgermeister. Um Steuervorteile zu nutzen, hat aber ein anderes Werk Priorität.
Baustelle in Grünheide: Hier sollen mal Batterien rauskommen

Baustelle in Grünheide: Hier sollen mal Batterien rauskommen

Foto: Patrick Pleul / dpa

Tesla hält nach Angaben des Bürgermeisters von Grünheide an seinen Plänen für eine Batteriefabrik an dem Standort fest. An dem Vorhaben habe sich nichts geändert, sagte Bürgermeister Arne Christiani der Nachrichtenagentur Reuters.

»Tesla hat alles relativiert, was diese amerikanische Zeitung berichtet hat. Die Anlage wird weiter gebaut«, sagte Christiani. Er bezog sich damit auf einen Bericht des »Wall Street Journals« von vergangener Woche, wonach der US-Elektroautobauer seine Pläne zur Batterieherstellung in Deutschland auf Eis gelegt habe. Die Zeitung hatte unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, berichtet, das Unternehmen wolle seine Batteriestrategie ändern. Auch der SPIEGEL hatte aus dem Bericht zitiert.

Als Grund wurde angegeben, dass Tesla von neuen Steueranreizen in den USA profitieren wolle. US-Präsident Joe Biden hatte im vergangenen Monat ein neues Gesetz (»Inflation Reduction Act«) unterzeichnet, das unter anderem milliardenschwere Steueranreize für E-Autobauer vorsieht.

Grünheides Bürgermeister dementierte auch einen Bericht des Senders RBB, wonach er das Thema der Erweiterung des Tesla-Geländes für logistische Zwecke von der Tagesordnung des Gemeinderats genommen habe. Der Autobauer habe die Erweiterung im Mai beantragt und der Gemeindevertretung vorgestellt. Der Hauptausschuss der Gemeinde habe der Gemeindevertretung empfohlen, sich mit diesem Thema zu befassen. Es gebe noch Abstimmungsbedarf zwischen den Behörden. Tesla war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Austin soll früher Batterien fertigen als geplant

Bereits am Freitag hatte das Unternehmen offenbar gegenüber Partnern in der Region klargestellt, dass die Batteriefabrik in Grünheide mitnichten gestrichen sei, man wolle aber wegen der Aussicht auf Fördermittel die Priorität zunächst auf die USA legen. Demnach möchte Tesla die Batteriefertigung im Werk in Austin (Texas) schneller hochfahren als zunächst geplant. Aus Deutschland könne dies mit der Lieferung von Teilen und mit Ingenieuren unterstützt werden. Idealerweise würden beide Batteriefabriken so schnell wie möglich hochgefahren.

In der Autofabrik in Grünheide bei Berlin werden seit März Elektroautos produziert. Der Bau der Batteriefabrik ist weit vorangeschritten.

mamk/Reuters
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