Teure Energie RWE will sieben Prozent mehr für Strom

Die Energieversorger machen glänzende Geschäfte - die Preise sollen aber trotzdem noch mal steigen. Allein RWE will ab nächstes Jahr für Strom satte 7,5 Prozent mehr verlangen, berichtet eine Zeitung.

Düsseldorf - Auch mehrere Stadtwerke wollten Erhöhungen in diesem Umfang durchsetzen, berichtete die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf informierte Kreise. "Wir haben eine Erhöhung um rund 7,5 Prozent beantragt. Der Aufsichtsrat muss aber noch zustimmen", zitiert das Blatt den Chef der Stadtwerke Bochum. Auch die Stadtwerke Herne und Witten planten Preissteigerungen in dieser Größenordnung. Die Rede sei von 1,36 Cent pro Kilowattstunde.

Die Landesregierung zeigte sich alarmiert. "Wir werden jeden Antrag sehr sorgfältig und sehr kritisch prüfen", sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU). "Schlichtes Durchwinken gibt es mit uns nicht."

Die Versorger RWE und E.on halten sich bislang nach außen hin bedeckt, ob und wenn ja in welcher Höhe sie die Preise erneut anheben wollen. Ein Sprecher von RWE Energy sagte, dass die Gesellschaften Rhein-Ruhr und Westfalen-Weser-Ems im Laufe des Tages ihre Anträge beim nordrheinwestfälischen Wirtschaftsministerium einreichen wollten. "Über den Inhalt machen wir keine Angaben", fügte er hinzu. Die angeordnete Kürzung der Netzgebühren wirke sich preisdämpfend aus, dem stünden aber höhere Beschaffungskosten und die Anhebung der Mehrwertsteuer gegenüber. Was per Saldo rauskomme, könne nicht gesagt werden, da es für einen wesentlichen Teil der Netzgebühren noch keine Bescheide gebe.

Auch E.on hatte angekündigt, die Anträge bis heute einzureichen. Zwar gebe es eine Tendenz zu höheren Preisen, aber es stünden noch weitere Bescheide der Bundesnetzagentur aus, die noch nicht berücksichtigt werden könnten. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Düsseldorf kündigte an, in den kommenden Tagen eine Tendenz für bis dahin eingegangene Anträge zu nennen. Angaben zu einzelnen Versorgern gebe es aber erst, wenn eine Entscheidung gefallen sei. Wenn ein Preis nicht erhöht werden solle, brauche aber auch kein Antrag gestellt werden, betonte er. Die Verbraucher müssten mindestens sechs Wochen vor einer Erhöhung von dieser unterrichtet werden, um für einen etwaigen Anbieterwechsel ausreichend Zeit zu haben.

Heizkosten um ein Drittel gestiegen

Unterdessen teilte der Deutsche Mieterbund mit, dass die Heizkosten in Deutschland trotz sinkenden Verbrauchs im vergangenen Jahren explodiert seien. Dem neuen "Heizspiegel" der Vereinigung zufolge stiegen die Kosten bei Ölheizungen um etwa 24 bis 27 Prozent im Vergleich zu 2004, bei Gasheizungen um zwölf bis 18 Prozent. Grund sei der Preisanstieg für Heizöl von rund 32 Prozent und für Gas von etwa 15 bis 20 Prozent.

Dabei ging nach Angaben des Mieterbundes der Verbrauch bei Öl- und Gasheizungen um fünf bis sieben Prozent zurück. Das Wetter sei milde gewesen und die Mieter sparsamer, aber auch Reparaturen und Modernisierungen der Heizanlagen hätten positiv zu Buche.

Wegen der hohen Heizkosten liegen die von den Mietern geforderten Nachzahlungen für 2005 oft im drei- bis vierstelligen Bereich. Nach Erkenntnissen des Mieterbundes ist allerdings jede zweite Abrechnung falsch. Deshalb müssten "alle Möglichkeiten genutzt werden", die Abrechnungen zu überprüfen, erklärte Verbandsdirektor Franz-Georg Rips.

ase/AFP/dpa/reuters

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