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30. September 2005, 18:06 Uhr

Teure Energie

Strompreise steigen um bis zu sechs Prozent

Millionen Haushalte in Deutschland müssen sich zum Jahreswechsel auf deutlich steigende Strompreise einstellen. Die Konzerne E.on und RWE wollen für nahezu alle regionalen Versorgungstöchter die Genehmigung für Tariferhöhungen zum 1. Januar beantragen.

Essen/Düsseldorf - Zu erwarten seien Preissteigerungen von bis zu sechs Prozent, berichtet die "Berliner Zeitung". Die beiden Konzerne E.on und RWE hätten bestätigt, dass viele regionale Gesellschaften derzeit Tariferhöhungen beantragen.

Stromasten von RWE: "Der Druck steigt noch"
DPA

Stromasten von RWE: "Der Druck steigt noch"

Bei RWE seien 7,2 Millionen und bei E.on rund acht Millionen Kunden betroffen. Für weitere zwei Millionen E.on-Kunden in Bayern waren Preiserhöhungen zum Januar 2006 schon im vergangenen Jahr genehmigt worden.

An die immer weiter steigenden Energiepreise werden sich die Verbraucher wohl gewöhnen müssen. Das glaubt zumindest der Chef des Essener RWE-Konzerns Harry Roels. Er geht davon aus, dass die internationalen Energiepreise insgesamt hoch bleiben werden. Der Druck steige sogar noch, sagte Roels der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". "Ich verstehe gut, dass die Kunden unzufrieden sind, aber Energie wird nicht nur in Deutschland massiv teurer, sondern weltweit", sagte Roels.

Auch im Bezug auf den Streit zwischen E.on und dem Kartellamt um die Gas-Lieferverträge für Stadtwerke verteidigte Roels die Haltung des Konzerns. Das Kartellamt wollte die Vertragslaufzeiten auf höchstens vier Jahre beschränken. Wenn ein Stadtwerk nach Vertragsablauf einen neuen Vertrag für zwei Jahre haben wolle, bekomme es auch ein Angebot für zwei Jahre, erklärte Roels dazu. "RWE verhält sich schon heute kundengerecht." Eine Aufhebung der Öl-Gas-Preisbindung würde die Preise sogar noch weiter steigen lassen, meinte der RWE-Chef.

RWE prüfe deshalb mehrere konkrete und aussichtsreiche Projekte bei Flüssiggas. "Am weitesten sind wir in Ägypten, wo ich 2006 eine Entscheidung erwarte", sagte Roels.

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