Teurer Handel Importpreise steigen so kräftig wie seit 2000 nicht

Preisexplosion bei den Importen: Die nach Deutschland gelieferten Waren kosten im Vergleich zum Vorjahresmonat 9,3 Prozent mehr. Hauptgrund sind die hohen Energiekosten - ohne sie hätte die Teuerung nur 3,5 Prozent betragen.


Berlin - Die nach Deutschland gelieferten Waren haben sich im Juli drastisch verteuert: Die Importpreise stiegen um 9,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Das ist der höchste Wert seit November 2000, damals lag die Teuerung bei 10,6 Prozent.

Im Vergleich zum Vormonat zogen die Preise damit um 0,6 Prozent an. Im Juni hatte die Teuerungsrate noch 8,9 Prozent betragen. Die Preisexplosion war erwartet worden, Analysten hatten mit einem Anstieg von 0,5 Prozent gerechnet.

Größter Preistreiber war erneut die Energie. Sie verteuerte sich binnen Jahresfrist um 48,8 Prozent. Rohöl kostete 51,6 Prozent mehr, Mineralölerzeugnisse 49 Prozent. Ohne diese beiden Bereiche hätte die Jahresteuerungsrate bei den Importen nur 3,5 Prozent betragen.

Auch viele Nahrungsmittel kosten erheblich mehr als noch vor einem Jahr. Für Zitrusfrüchte beispielsweise verlangen Händler 29,4 Prozent mehr, für Rindfleisch 24,8 Prozent.

Die Importpreise gelten ebenso wie die Erzeuger- und Großhandelspreise als Indikator für die künftige Inflationsentwicklung. Preiserhöhungen schlagen in der Regel mit zeitlicher Verzögerung und abgeschwächt auf die Verbraucherpreise durch.

ssu/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.