Teurer Rohstoff US-Experten erwartet Ölpreis von 200 Dollar

Erst waren es 100 Dollar, jetzt sind es mehr als 120 Dollar - und ein Ende ist nicht in Sicht: Der Preis für Öl steigt weiter auf immer neue Rekordhöhen. Experten gehen sogar davon aus, dass der begehrte Rohstoff langfristig 200 Dollar pro Barrel kosten könnte.

Wien - Er wird immer teurer, der Rohstoff, den die Welt so dringend braucht: Am Dienstagabend wurde für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl fast 123 Dollar bezahlt. Zwar verbilligte sich das Öl im asiatischen Handel der New Yorker Rohstoffbörse am Mittwoch wieder und lag bei 121,77 Dollar je Fass. Aber auch hier war am Dienstag vorübergehend ein Rekordstand von 122,73 Dollar erreicht worden. Auch das für die Versorgung in Europa wichtige Nordseeöl der Sorte Brent lag mit mehr als 120 Dollar je Fass am Mittwoch weiter auf Rekordniveau.

Als Gründe für den Preisanstieg wurden weiter der schwache Dollar und mögliche Probleme in Förderländern genannt. Gründe, die den Ölpreis auch weiter treiben werden: Eine Studie der Investmentbank Goldman Sachs   hält sogar einen Anstieg des Ölpreises in den kommenden zwei Jahren auf 150 bis 200 Dollar für möglich.

Diese Meinung teilt auch der US-Rohstoffexperte Matthew Simmons, der langfristig ebenfalls einen Ölpreis von 200 Dollar pro Barrel für möglich hält. "Nach allen Informationen, die zur Verfügung stehen, ist der Höhepunkt der Ölförderung, also der sogenannte Peak Oil, bereits 2005 erreicht worden", sagte Simmons der "Süddeutschen Zeitung". Der schwarze Rohstoff werde daher knapp bleiben und der Preis "auf 200 Dollar je Fass" steigen.

Simmons empfiehlt den Industrienationen eine dringende Abkehr vom Öl und den Ausbau von alternativen Konzepten. "Wenn wir es schaffen, den Verbrauch um ein Drittel zurückzuschrauben, könnten wir uns damit ein bis zu 50 Jahre längeres Ölzeitalter erkaufen."

Tatsächlich hat der hohe Ölpreis schon jetzt Folgen - vor allem für die Branchen, die unmittelbar auf den Treibstoff angewiesen sind. So hat das teure Öl zum Beispiel den Billigflieger Easyjet   noch tiefer in die roten Zahlen getrieben. "Öl bleibt die größte Herausforderung und Unsicherheit", erklärte Easyjet-Chef Andrew Harrison. Der Preis für Kerosin sei allein in den vergangenen drei Monaten um 35 Prozent gestiegen, im Vergleich zum vergangenen Jahr liege er um 80 Prozent höher. Harrison hatte deshalb bereits Anfang März steigende Ticketpreise angekündigt.

sam/AP/AFP

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