Teurer Sprit Benzinpreise kurz vor Jahreshoch

Autofahrer bekommen die steigenden Rohölpreise an der Tankstelle zu spüren. Die Ölkonzerne haben die Benzinpreise nochmals um rund drei Cent pro Liter erhöht.


AP

Hamburg - Die weltweit steigenden Rohölkosten haben die Benzinpreise in Deutschland mit nach oben gezogen: Die Ölkonzerne erhöhten den Preis für einen Liter Benzin um rund drei Cent, wie Sprecher von Esso und BP/Aral am Dienstag mitteilten. Diesel wurde zwei Cent teurer.

Nach Angaben von BP/Aral kostet ein Liter Normalbenzin nun im Schnitt rund 1,07 Euro, Super 1,09 Euro und Super plus 1,13 Euro. Diesel kostete bei BP/Aral im Schnitt 87 Cent pro Liter. Der Esso-Sprecher meldete ähnliche Größenordnungen. Die Preiserhöhungen seien am Montagnachmittag erfolgt. Damit liegt Benzin nur noch etwa 1,5 Cent unter dem Jahreshoch von April.

Die Nordseemarke Brent wurde in London am Dienstagmittag mit 29,65 Dollar pro Barrel (159 Liter) gehandelt, über 52 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel Opec-Öl stieg von Freitag auf Montag um 68 Cent auf 28,28 Dollar pro Barrel, wie die Organisation der Erdöl exportierenden Staaten in Wien mitteilte. An der New Yorker Rohstoffbörse Nymex sprang der Preis pro Barrel über Nacht am Dienstag auf 31,39 Dollar, 70 Cent mehr als am Montag.

Die unterschiedlichen Ölpreise in verschiedenen Weltregionen wie den USA oder Europa sind nicht einfach zu vergleichen, weil es sich oft um unterschiedliche Qualitäten handelt. Erfahrungsgemäß sind die Preise an der Rohstoffbörse in New York höher als die in Europa.

Der Rohölpreis hatte am Montag in New York erstmals seit langem die kritische Marke von 30 Dollar pro Barrel überschritten. Der derzeit hohe Ölpreis basiert Analysten zufolge auf der Furcht vor einer Verknappung, sollten die USA einen Krieg gegen Irak führen. Als weitere Faktoren weisen die Fachleute auf einen Sturm über Mexiko hin, der möglicherweise die Förderanlagen im Golf von Mexico beeinträchtigen könnte. Außerdem gibt es Berichte über Streikgefahren in den Förderländern Mexiko und Venezuela.

Der frühere saudische Ölminister Scheich Ahmed Zaki el-Jamani schloss in einem Interview mit der Zeitschrift "DMEuro" nicht aus, dass der Ölpreis auf über 100 Dollar steigen könnte, wenn bei einem Krieg der Ölfluss aus Kuweit und Saudi-Arabien stoppen sollte.

Die Opec hat bisher zugesagt, den Ölpreis in einem Band zwischen 22 und 28 Dollar zu halten. Falls der Preis dieses Band 20 Tage lang überschreitet, soll die Fördermenge erhöht werden. Bei ihrer jüngsten Tagung in Osaka beschloss die Opec noch keine Erhöhung der Fördermenge.



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