Teurer Sprit BP-Chef verteidigt hohe Benzinpreise

Der Deutschlandchef des Mineralölkonzerns BP, Uwe Franke, hat den deutschen Tankstellenmarkt gegen Kritik in Schutz genommen. Am hohen Benzinpreis sei nicht der mangelnde Wettbewerb auf dem Markt schuld, denn der habe sich "dramatisch verschärft".


Berlin - An fehlender Konkurrenz liegt es nicht, wenn der Benzinpreis steigt und steigt - im Gegenteil: "Der Preiskampf hat sich dramatisch verschärft. Das zwingt uns, in immer kürzeren Abständen die Preise anzuheben und zu senken, um bei steigenden Einkaufspreisen wirtschaftlich zu verkaufen", sagte der Chef des Aral-Mutterkonzerns, Uwe Franke, der "Bild"-Zeitung. Das Bundeskartellamt hatte am Mittwoch angekündigt, den Kraftstoffsektor auf Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht zu untersuchen.

Auf die Frage, ob Kunden durch Preisabsprachen der Konzerne abkassiert würden, sagte Franke: "Nein. Unser aktueller Preis für Super liegt bei 59 Cent, für Diesel bei 78 Cent." Dies sei der drittniedrigste Wert aller 27 EU-Länder, den Rest kassiere der Staat über die Steuer.

Grund für die hohen Benzinpreise sei neben dem hohen Staatsanteil vor allem die steigende Nachfrage nach Öl, die den Einkaufspreis für Super um das Zweieinhalbfache und für Diesel um das Dreifache erhöht habe, sagte Franke. Der Chef der Deutschen BP regte das Nutzen von Einspar-Möglichkeiten an: "Jeder Autofahrer kann seinen Kraftstoffverbrauch durch sanftere Fahrweise um bis zu 25 Prozent senken." Bei 20.000 Kilometern im Jahr seien das bei einem Sieben-Liter-Auto um die 500 Euro, sagte Franke. Das schone die Umwelt und den Geldbeutel.

sam/AP/AFP



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