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Teures Geld für Klöckner

aus DER SPIEGEL 40/1980

Herbert Gienow, Chef des angeschlagenen Stahlkonzerns Klöckner-Werke, pumpte die katholische Kirche an: Von der Vatikan-eigenen Gotthard-Bank in Lugano mußten sich die Duisburger 50 Millionen Mark zu dem überhöhten Zins von 6,5 Prozent leihen - normalerweise zahlen deutsche Firmen wegen des Währungsrisikos Schweizer Instituten nur fünf Prozent. Bei deutschen Großbanken zählt Gienows Firma nicht mehr zu den ersten Industrieadressen. Die Deutsche Bank, mit rund 200 Millionen Mark Großgläubiger, wird keine weiteren Kredite geben, und die Bank für Gemeinwirtschaft weigerte sich, ihre Kreditlinien, die sie den gutgehenden Klöckner-Töchtern gewährt, auf die Hütte zu übertragen. Denn bereits jetzt ist jede Tonne Klöckner-Stahl mit rund 50 Mark Zinsen belastet -- gegenüber 15 Mark bei der Konkurrenz.

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