"Teuro"-Debatte Eichel ruft zum Boykott auf

Nach Aussage von Bundesfinanzminister Hans Eichel haben Unternehmen nach der Euroumstellung entgegen Absprachen die Preise erhöht. Eichel forderte die Konsumenten auf, die Euro-Abzocker zu boykottieren.


Euro: Eichel spricht von vereinzelten Preiserhöhungen
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Euro: Eichel spricht von vereinzelten Preiserhöhungen

Berlin - Der Bundesfinanzminister riet den Verbrauchern im "ZDF-Morgenmagazin", diese "schwarzen Schafe" durch Kaufenthaltung zu strafen. Ein Preisdiktat sei aber in der Marktwirtschaft nicht möglich, betonte er. Der Handelsausschuss des Deutschen Industrie-und Handelskammertages (DIHK) wies unterdessen den Vorwurf von massiven pauschalen Preiserhöhungen durch die Euro-Einführung zurück. Untersuchungen hätten ergeben, dass bei weniger als einem Drittel die Preise verändert worden seien. Der DIHK-Handelsausschuss forderte die Bundesregierung auf, die schwierige Lage des Handels nicht durch weitere administrative Belastungen zu verschärfen.

Eichel hatte unlängst im SPD-Parteivorstand erklärt, andere Länder wie etwa Frankreich oder die Niederlande hätten die Umstellung "besser hingekriegt". Die Pariser Regierung hatte Preiserhöhungen sogar verboten. Insbesondere die Gastronomie und eine Reihe von Dienstleistern, so Eichel, hätten nach der Euro-Einführung mit Preiserhöhungen "ziemlich zugelangt". Der Finanzminister räumte ein: "Das hat bei den Leuten auf die Stimmung gedrückt."



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