Nach wenigen Monaten TikTok-Chef Kevin Mayer wirft hin

Der politische Druck war offensichtlich zu groß geworden. Nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt ist Kevin Mayer, Chef der Videoplattform TikTok, zurückgetreten.
TikTok-Zentrale in Los Angeles: Es geht um die Vorherrschaft im Techsektor

TikTok-Zentrale in Los Angeles: Es geht um die Vorherrschaft im Techsektor

Foto: Chris Delmas / AFP

TikTok-Chef Kevin Mayer ist zurückgetreten. In einem Brief an die Mitarbeiter schrieb Mayer, es sei seine Entscheidung zu gehen, nachdem sich das politische Umfeld stark verändert habe - und meint damit den Druck aus dem Weißen Haus. "Ich habe lange darüber nachgedacht, welche Veränderungen die kommenden Monate für TikTok zur Folge haben könnten", erklärte Mayer in dem Schreiben. "Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass meine Rolle nicht mehr die sein wird, für die ich ursprünglich einen Vertrag unterzeichnet habe". TikTok bestätigte am Donnerstag eine entsprechende Meldung der "Financial Times" und schob hinterher, man "respektiere seine Entscheidung voll und ganz." Managerin Vanessa Pappas wird demnach übergangsweise die Führung der ByteDance-Tochter übernehmen.

Die Video-App gehört zum chinesischen ByteDance-Konzern. US-Präsident Donald Trump hatte US-Geschäfte mit TikTok untersagt, das Verbot soll Mitte September greifen. TikTok und sein Mutterunternehmen ByteDance haben deshalb Klage gegen Trump eingereicht. Derzeit verhandelt der Software-Riese Microsoft über einen Kauf der TikTok-Tochtergesellschaften in den USA und mehreren anderen Ländern.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Hintergrund des Streits um TikTok ist aber nicht allein der Handelsstreit, den sich die USA und China seit dem Amtsantritt Trumps liefern. Es geht zunehmend auch um die Vorherrschaft im Techsektor. Nach dem Netzausrüster Huawei waren weitere chinesische IT-Firmen in den Mittelpunkt des Konflikts gerückt. Trump hatte Anfang August Sicherheitsbedenken geltend gemacht und Transaktionen mit ByteDance und dem WeChat-Betreiber Tencent verboten, zwei der größten in den USA tätigen IT-Konzerne Chinas.

Mitte August hatte Trump schließlich ByteDance angewiesen, sich vom Betrieb von TikTok in den USA innerhalb von 90 Tagen zurückzuziehen. Ziel der US-Regierung ist es, dass ein US-Großkonzern das Rennen macht und dann auch die Nutzerdaten sichert. Daher sah sich der chinesische Konzern genötigt, den Verkauf von TikTok einzuleiten 

Mayer hatte den Chefposten bei TikTok erst vor wenigen Monaten angetreten. Er kam vom Unterhaltungsriesen Disney. Dort galt er als Verantwortlicher für das Streaminggeschäft lange als Kronprinz - zum neuen Konzernchef wurde aber der zuvor für die Freizeitparks verantwortliche Manager Bob Chapek berufen. Mayer wechselte kurz darauf zu TikTok, wo er die globale Expansion anführen sollte.

mik/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.