Tipps vom Fähnchen-Hersteller "Im Zweifel zu hochwertigen Produkten greifen"

Deutschland zeigt Flagge - vor allem am Auto. Doch Autofähnchen ist nicht gleich Autofähnchen. Hersteller Peter Kapitza von der Merchandising GmbH erklärt, wie der Fan eine echte Qualitäts-"car flag" erkennt, und warum die Auto-Wimpel der Handflagge überlegen sind.


SPIEGEL: Für Nationalflaggen gibt es kein Copyright. Wieso haben Sie bei der Fifa überhaupt eine teure Lizenz erworben?

Kapitza: Wir sind die Einzigen, die das WM-Emblem oder den Weltpokal darauf abbilden dürfen. Wir wissen, dass die Fans im Zweifel lieber zu offiziellen, hochwertigen Produkten greifen.

Peter Kapitza: Fähnchen-Hersteller mit Lizenz zum Pokaldrucken

Peter Kapitza: Fähnchen-Hersteller mit Lizenz zum Pokaldrucken

SPIEGEL: Es gibt Abertausende von Fanartikeln. Was macht ausgerechnet die aufsteckbaren Fähnchen so beliebt?

Kapitza: Es gibt immer mehr Autokorsi in den Innenstädten. Es ist einfacher, wenn sie dabei nicht mit der Flagge im Fahrtwind rumhantieren müssen. Trotzdem können sie die Fahne am Stadion mit einem Handgriff aus der Halterung heraus und mit in die Arena nehmen.

SPIEGEL: Das erklärt aber nicht, weshalb so viele Menschen ihr Auto für die Bürofahrt wie eine Staatskarosse schmücken.

Kapitza: Mit einem so gewaltigen Erfolg habe ich auch nicht gerechnet. Aber der Umgang mit den Nationalfarben ist in Deutschland entspannter geworden.

SPIEGEL: Hängt der Trend, seinen Wagen zu schmücken, auch mit der Liebe der Deutschen zum Automobil zusammen?

Kapitza: Sicherlich nicht. Schauen Sie nach England, Europas größten Markt für Sportmerchandising. Dort sind die car flags seit Jahren ein Riesenerfolg.

SPIEGEL: Das Teilnehmerfeld lichtet sich, die Deutschen, von denen viele zwei, drei Fähnchen an die Scheiben geklemmt haben, scheinen gut versorgt. Erlahmt Ihr Geschäft nun?

Kapitza: Nein, es entwickelt sich. Erst kommt der Hype vor der WM. Wenn nach der Vorrunde die Hälfte der Mannschaften ausgeschieden ist, verbünden sich viele Fans mit einem neuen Team, um weiter mitfiebern zu können. Diese zweite Stufe des Verkaufs läuft gerade.

Das Interview führte Detlef Hacke



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