Top-Personalie Bernd Buchholz neuer Gruner+Jahr-Chef

Der Verlagsmanager Bernd Buchholz ist ab sofort Vorstandsvorsitzender des Hamburger Großverlags Gruner+Jahr. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat dem Personalvorschlag der Anteilseigner zugestimmt.


Hamburg/Gütersloh - Der 47-jährige Bernd Buchholz ist Nachfolger von Bernd Kundrun als Gruner+Jahr-Chef. Ob er auch im Vorstand des Mehrheitseigners Bertelsmann sitzen wird, werden die zuständigen Gremien zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Chefkandidat Buchholz: Profunder Kenner des Verlagsgeschäfts
G+J

Chefkandidat Buchholz: Profunder Kenner des Verlagsgeschäfts

"Die Gesellschafter und ich freuen uns sehr, Bernd Buchholz an der Spitze des Unternehmens zu wissen", sagte Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski laut Pressemitteilung. Buchholz sei mit den Herausforderungen des Zeitschriftengeschäfts bestens vertraut und hervorragend geeignet, die Position von Gruner+Jahr als führendem Zeitschriftenverlag in Europa weiter auszubauen.

Bei Kundrun bedankte sich Ostrowski für die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre: "Bernd Kundrun hat in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender wertvolle Beiträge zur Entwicklung von Gruner+Jahr geleistet. Gruner+Jahr nimmt heute unter anderem in Wachstumsmärkten wie Osteuropa oder China führende Marktpositionen ein."

Kundrun wiederum bedankte sich laut Pressemitteilung für das langjährige Vertrauen - "trotz der unterschiedlichen Auffassungen über strategische Fragen in den letzten Monaten". Er sei dankbar für fast 25 spannende und erfüllte Jahre, in denen er bei Bertelsmann in unterschiedlichen Aufgabenstellungen habe mitwirken dürfen.

Der Verlagsmanager hatte einen Tag vor Heiligabend seine Rücktrittserklärung als Bertelsmann-Vorstand von Hamburg aus per Fax in die Konzernzentrale gesandt und damit auch seine Position als G+J-Chef zur Debatte gestellt. Nach intensiven Gespräche über Kandidaten und Strategien erzielten die Bertelsmann-Führung und die Verleger-Familie Jahr schließlich eine Einigung. Jahr ist zu 25,1 Prozent an G+J beteiligt. G+J wiederum hält Anteile am SPIEGEL-Verlag.

Zunächst hatten dem Vernehmen nach auch einige externe Kandidaten auf der Liste gestanden. Buchholz, der ehemals als FDP-Abgeordneter im Landtag von Schleswig-Holstein saß, gilt als profunder Kenner des Kerngeschäfts von G+J und hat die wichtigsten Weichenstellungen für die künftige Aufstellung des Verlags mitgetragen.

G+J ("Stern", "Geo", "Brigitte", "Financial Times Deutschland") wird derzeit von der mit der Wirtschaftskrise einhergehenden Anzeigenflaute schwer getroffen. Im November hatte der Hamburger Großverlag ein radikales Sparprogramm vorgestellt. Die Wirtschaftstitel sollen in einer Großredaktion zusammengelegt werden, dabei werden 60 Stellen gestrichen - ein Novum in dem Unternehmen. In der Bertelsmann-Spitze soll es am Vorgehen der G+J-Führung ebenso heftige Kritik gegeben haben wie an Kundruns öffentlich gewordenen Abwanderungsgedanken in Richtung ProSiebenSat.1.

mik/dpa/ddp



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