Transparenzregeln EU will Verbraucher beim Onlinekauf auf Pump besser schützen

Die Angebote im Internet sind oft verlockend: Ware jetzt, Geld fließt später. Eben dann kommt aber auch nicht selten das böse Erwachen. Brüssel will jetzt gegensteuern.
Europaparlament: »Was aussieht wie ein Kredit, soll auch behandelt werden wie ein Kredit«

Europaparlament: »Was aussieht wie ein Kredit, soll auch behandelt werden wie ein Kredit«

Foto: Dwi Anoraganingrum / Future Image / IMAGO

Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU werden künftig bei der Aufnahme von Schulden im Internet sowie bei Onlinekäufen auf Kredit besser geschützt. Am frühen Freitagmorgen einigten sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten auf die sogenannte Verbraucherkreditrichtlinie. So sollen Informationen über Kredite besonders klar und verständlich gemacht werden. Zugleich soll die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern besser kontrolliert werden. Ziel ist es, Menschen vor Überschuldung und finanziellen Schwierigkeiten zu schützen.

Die neuen Regeln zielen etwa darauf ab, dass bestehende Schutzregeln in Zukunft auch für Kredite unter 200 Euro gelten sowie für Crowdlending, wobei etwa eine Onlineplattform Geld von Privatpersonen an andere Personen oder Unternehmen vermittelt. Auch Onlinekäufe, bei denen Verbraucher erst später zahlen, fallen unter die neuen Regeln.

Der Europaabgeordnete Malte Gallee (Grüne), der an den Verhandlungen teilnahm, begrüßte die Einigung. Die neue Richtlinie verbessere den Schutz von Verbrauchern und Verbraucherinnen im Kreditbereich und leiste einen wichtigen Beitrag, um wachsende Überschuldung zu verhindern. »Was aussieht wie ein Kredit, soll auch behandelt werden wie ein Kredit«, sagte Gallee.

Die Einigung muss noch formell vom Parlament und den Ländern bestätigt werden, das gilt aber als Formsache.

mik/dpa-AFX
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