Transrapid Chinesen schwenken die grüne Laterne

Die Entscheidung ist gefallen. Ab 2003 soll die Magnetschwebebahn zwischen Schanghai und dem internationalen Flughafen pendeln.


Ab 2003 wird der Transrapid durch das Reich der Mitte schweben
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Ab 2003 wird der Transrapid durch das Reich der Mitte schweben

Peking/Berlin - Die chinesische Regierung hat vorzeitig grünes Licht für die Magnetschwebebahn Transrapid in Schanghai gegeben. Noch vor der Vorlage der Machbarkeitsstudie liege die Genehmigung vor, berichteten informierte Kreise am Montag in Peking. Die Strecke zwischen dem internationalen Flughafen und der Hafenmetropole werde von chinesische Investoren weitgehend selbst finanziert werden.

Die Machbarkeitsstudie für die erste kommerzielle Transrapid-Strecke sei mit den chinesischen Partnern in großen Teilen durchgesprochen. Zum Abschluss gehe es an diesem Dienstag in Schanghai noch um den Preis und die Zahlungsbedingungen. Konkrete Verhandlungen werden nächste Woche aufgenommen. Der Vertrag soll bis 15. Dezember unterschrieben sein.

Die Entscheidung löste bei Thyssen Transrapid System in Kassel Jubel aus. Der Auftrag habe eine wichtige Überbrückungsfunktion bis zum Bau einer ersten Transrapid-Strecke in Deutschland, sagte ein Thyssen-Sprecher. Das deutsche Transrapid-Konsortium aus ThyssenKrupp, Siemens und ADtranz nannte die Meldungen aus Peking "im Grundsatz positiv", wollte den vorzeitigen Beschluss jedoch nicht bestätigen.

Das Land für die Strecke sei bereits gekauft. Vorbereitende Arbeiten hätten begonnen. "Die chinesische Seite geht sehr schnell vor." Entgegen der Praxis, dass die staatliche Plankommission ein Projekt erst nach Vorlage der Machbarkeitsstudie billigt, ist der Weg damit schon frei.

Das Transrapid-Konsortium will vier Züge mit Antriebstechnik und jeweils sechs Waggons liefern. Die Gesamtkosten des Projekts liegen höher als zu Anfang geschätzt bei möglicherweise mehr als 2,5 Milliarden Mark. Die Trasse allein soll voraussichtlich etwa eine Milliarde Mark kosten und wird von chinesischer Seite gebaut werden.

Finanzierung ohne deutsche Unterstützung

Fünf Sechstel der Finanzierung seien durch große chinesische Investoren gesichert. Das Rest stelle auch "kein Problem" dar, hieß es, auch wenn China gerne zinsgünstige Darlehen aus Deutschland bekommen hätte. Ein angebotener Exportkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) werde nicht in Anspruch genommen, da die chinesische Seite davon ausgehe, das Geld anderweitig günstiger zu bekommen.

Mit 35 Kilometern wird die Transrapid-Strecke kürzer als bisher geplant, um größere Umbauten im neuen Bankenviertel Pudong zu vermeiden. Die Bahn endet jetzt in Schanghai an der U-Bahn-Station Longyang etwa fünf Kilometer südöstlich des Bankenzentrums. Sieben Minuten soll die Fahrt dauern. Drei Züge sollen ständig verkehren.

Einer der Hauptgründe für das Projekt in Schanghai, das von Ministerpräsident Zhu Rongji unterstützt wird, liege in dem Wunsch der chinesischen Seite, die Technik in der Praxis zu testen, hieß es. So blicken beide Seiten bereits auf größere Vorhaben wie die 1300 Kilometer lange Strecke zwischen Schanghai und Peking, über deren Bau im ersten Quartal 2003 entschieden werden soll.



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